{"id":1362,"date":"2015-05-03T20:51:08","date_gmt":"2015-05-03T20:51:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1362"},"modified":"2015-05-03T20:51:08","modified_gmt":"2015-05-03T20:51:08","slug":"platz-da-doch-wo-wieviel-und-fuer-wen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1362","title":{"rendered":"Platz da! Doch wo, wieviel und f\u00fcr wen?"},"content":{"rendered":"<p><em>Seit Jahrzehnten streitet Schaffhausen um Parkpl\u00e4tze. Weil das Thema hochemotional ist, verfolgt die Stadt eine Politik der kleinen Schritte. Warum wagt sie keinen grossen Wurf? Ein SCHARF-Gespr\u00e4ch mit den Stadtr\u00e4ten Simon Stocker und Rapha\u00ebl Rohner und dem Stadtplaner Jens Andersen.<\/em><br \/>\nSeit die Stadt den Abbau von einem Drittel der Parkm\u00f6glichkeiten auf dem \u201ePlatz\u201c angek\u00fcndigt hat, wird in den Leserbriefspalten wieder heftig gestritten. Grunds\u00e4tzlich geht es dabei um die Frage, welcher Mobilit\u00e4tsmix der Bedeutung der Innenstadt als Ort f\u00fcrs Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Ausgehen am besten gerecht wird.<br \/>\nDie Debatte ist wichtig. Schliesslich haben in einigen Nachbarl\u00e4ndern die Kernzonen von Kleinst\u00e4dten tats\u00e4chlich ihre Vitalit\u00e4t eingeb\u00fcsst und verslumen zusehends. Droht dies auch Schaffhausen? Rohner winkt ab: \u201eIn der Schweiz finde die Entwicklung vorwiegend in Zentren statt. Wir brauchen keine Angst vor einer Ver\u00f6dung der Altstadt zu haben. Allerdings m\u00fcssen wir darauf achten, dass die Stadt sich als attraktives Dienstleistungszentrum weiter entwickeln kann und nicht ins Museale abgleitet. Und dazu geh\u00f6ren gute Bedingungen f\u00fcr den Einzelhandel.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Parkpl\u00e4tze oder Flaniermeilen<\/strong><\/h4>\n<p>Das klingt zwar gut. Doch was heisst es konkret? Mehr attraktive Flaniermeilen, also weniger von Autos verstellte oberirdische Pl\u00e4tze? Oder das Gegenteil: Parkm\u00f6glichkeiten m\u00f6glichst vor jeder Ladent\u00fcr, damit Autofahrer nicht in die Einkaufszentren auf der gr\u00fcnen Wiese ausweichen?<br \/>\nDer j\u00fcngste Parkplatzkompromiss (Details dazu im Artikel \u201eKompromissbereitschaft am Platz\u201c) l\u00e4sst nicht klar erkennen, in welche Richtung der Stadtrat die innerst\u00e4dtische Entwicklung und Mobilit\u00e4t lenken will. Statt einen grossz\u00fcgigen autofreien Raum f\u00fcr neue Entwicklungen zu schaffen, bleibt es bei punktuellen Verbesserungen. Einige Sitzb\u00e4nke und Pflanzentr\u00f6ge sind allerdings kein Befreiungsschlag. Die Parkpl\u00e4tze dominieren den \u201ePlatz\u201c nach wie vor. Auch der f\u00fcr Anwohner l\u00e4stige und f\u00fcr Shopper kaum je zielf\u00fchrende Suchverkehr ist weiterhin m\u00f6glich. Warum verfolgt man nicht eine langfristige Mobilit\u00e4tsplanung, sondern begn\u00fcgt sich mit einer \u201ePfl\u00e4sterlipolitik\u201c, die niemandem viel bringt?<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi41.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-magnific_type=\"image\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"bi4\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1389\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi41.jpg\" alt=\"bi4\" width=\"1350\" height=\"873\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi41.jpg 1350w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi41-300x194.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi41-620x401.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi41-768x497.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi41-940x608.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 1350px) 100vw, 1350px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Platz &#8211; Diagonale<\/span><\/p>\n<h4><strong>Flexibler auf Trends reagieren<\/strong><\/h4>\n<p>Obwohl dieser Vorwurf im Raum steht, stellt sich auch Stadtrat Simon Stocker hinter den Kompromiss: \u201eEine Gesamtplanung ist zwar wichtig\u201c, sagt er. \u201eSie nimmt aber sehr viel Zeit in Anspruch. Und so l\u00e4uft man Gefahr, dass am Schluss gar nichts umgesetzt wird\u201c.<br \/>\nAlso lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach! Das ist allerdings nicht der Hauptgrund, warum Stocker hinter der Politik der kleinen Schritte steht. Sein wichtigeres Argument: Die Vitalit\u00e4t der Kernst\u00e4dte habe viel mit den Menschen zu tun, mit den Akteuren, die die Stadt \u201ebespielen\u201c. Deren Interessen folgten jedoch gesellschaftlichen Megatrends und seien einem raschen Wandel unterworfen. Ausgangsgewohnheiten, Erlebnisbed\u00fcrfnisse und wirtschaftliche Rahmenbedingungen \u00e4ndern sich. Dies f\u00fchre zu Wellenbewegungen bei der Nutzung von Aussenr\u00e4umen (Pl\u00e4tze, Gassen, Rheinufer) beispielsweise f\u00fcr Events, aber auch beim Einkaufsverhalten, wo momentan der Ausw\u00e4rts-Einkaufstourismus boomt.<br \/>\n\u201eDie Menschen m\u00fcssen umgestalteten Orten Schritt f\u00fcr Schritt eine neue Funktion geben. Wenn die zus\u00e4tzlichen Freir\u00e4ume gut angenommen werden und nicht einfach Leerr\u00e4ume bleiben, k\u00f6nnen wir immer noch einen Schritt weitergehen. Klar ist f\u00fcr mich jedenfalls: Die Aufenthaltsqualit\u00e4t ist entscheidend daf\u00fcr, wo man einkaufen geht. Doch leider dreht sich die Diskussion einseitig nur um Auto-Abstellpl\u00e4tze. Wir brauchen deshalb dringend eine Versachlichung der hochemotional gef\u00fchrten Debatte \u00fcber \u00f6ffentliche R\u00e4ume\u201c.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi32.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-magnific_type=\"image\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"bi3\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1390\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi32.jpg\" alt=\"bi3\" width=\"1350\" height=\"923\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi32.jpg 1350w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi32-300x205.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi32-620x424.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi32-768x525.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi32-940x643.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 1350px) 100vw, 1350px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Gef\u00fcllte Freir\u00e4ume?<\/span><\/p>\n<h4><strong>\u00dcbersch\u00e4tzte Mitwirkungsprozesse<\/strong><\/h4>\n<p>K\u00f6nnen Mitwirkungsprozesse dazu beitragen? Rohner stellt jedenfalls ganz darauf ab, denn Stadt sei \u201egebaute Gemeinschaft\u201c (Zitat von Vittorio Lampugnani, Professor f\u00fcr St\u00e4dtebaugeschichte an der ETH). Stadtplanung m\u00fcsse in enger Abstimmung mit den betroffenen Anspruchsgruppen erfolgen. \u201eWir machen mit der Pro City eine Analyse zur Innenstadtentwicklung und sind dabei gut unterwegs. Ein gemeinsamer Auftritt ist mir wichtig.\u201c<br \/>\nDoch Mitwirkungsprozesse, die nicht innerhalb einem engen Zeitfenster durchgef\u00fchrt werden, arten zu einem \u201aWunschkonzert\u2019 aus und k\u00f6nnen Stadtentwicklungsprojekte auch bremsen, wie die schon l\u00e4nger geplanten Ver\u00e4nderung am Rheinufer zeigen. Jens Andersen, der die Stadtplanung leitet, beobachtet: \u201eDer Individualismus hat extrem an Bedeutung gewonnen. Ein m\u00fchsam errungener Konsens erodiert deshalb schnell wieder. Dauert ein Stadtentwicklungsprojekt l\u00e4nger als drei Jahre, so verliert man heute den gemeinsamen Nutzen schnell aus den Augen und die privaten Interessen nehmen \u00fcberhand. Man muss daher auch den Mut haben zu sagen: Die Diskussion ist beendet, ab jetzt wird umgesetzt.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Gen\u00fcgend Pl\u00e4tze am richtigen Ort<\/strong><\/h4>\n<p>Bleibt die Frage: Hat Schaffhausen \u00fcberhaupt gen\u00fcgend Parkh\u00e4user, um Parkpl\u00e4tze im Freien abzubauen? Man kann diese Frage klar bejahen, seit die beiden Parkh\u00e4user Diana und Bleiche mit Total 400 Stellpl\u00e4tzen er\u00f6ffnet wurde. Dass viele Autofahrer nach wie vor prim\u00e4r nach einem oberirdischen Parkplatz suchen, wirft allerdings die Frage auf: Liegen die Parkh\u00e4user zu weit von den wichtigsten Einkaufsm\u00f6glichkeiten entfernt? Im Einkaufszentrum Herblingen betr\u00e4gt der durchschnittliche Fussweg vom Parkplatz bis zum Ladenzentrum 150-200 Meter. Die Altstadt kann da gut mithalten: Ob Herrenacker-, Bahnhof- oder \u201eStricki\u201c-Parkhaus \u2013 nie ist man von Gesch\u00e4ften wie Manor, Coop, Migros oder Spar weiter als 150 Meter entfernt (vgl. dazu die Karten im Artikel: &#171;die F\u00e4higkeit, die wirklich relevanten Fragen zu stellen&#187;). Doch viele Besucherinnen und Besucher der Munotstadt haben das noch nicht realisiert. Die oberirdischen Parkpl\u00e4tze sind nach wie vor vorhanden und scheinbar auch begehrt, was in den Altstadtgassen den erw\u00e4hnten Suchverkehr produziert. Dies obwohl die Parkdauer auf zwei Stunden beschr\u00e4nkt ist und sie ebenso teuer sind wie Parkhaus-Pl\u00e4tze &#8211; bloss scheinen das die Wenigsten zu wissen.<br \/>\n<strong>Wussten Sie, dass &#8230;<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>in mittelgrossen Innenst\u00e4dten knapp 20 Prozent der Kundschaft mit dem Auto unterwegs sind<\/li>\n<li>der durchschnittliche Kunde bei einem Einkaufsbummel in einer Innenstadt rund 2 Kilometer unter die F\u00fcsse nimmt<\/li>\n<li>ein Autofahrer zehnmal mehr Platz in Anspruch nimmt als ein Bus-Benutzer<\/li>\n<li>Verkehrsmassnahmen f\u00fcr Velofahrer die beste Kosteneffizienz aufweisen<\/li>\n<li>100 neue \u00f6ffentliche Parkpl\u00e4tze t\u00e4glich 1000 Zusatzfahrten bewirken<\/li>\n<li>Gr\u00f6ssere, an ein Parkleitsystem angeschlossene Parkhaus-Anlagen den Parksuchverkehr drastisch reduzieren<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Aus der VCS-Verkehrsstudie \u201eMassnahmenpaket Innenstadt St. Gallen \u2013 damit die Stadt nicht zum Hinterhof der Einkaufszentren wird\u201c, 2007)<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nLink:<\/p>\n<blockquote>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<a href=\"http:\/\/www.fussverkehr.ch\/fileadmin2019\/redaktion\/regionalgruppen\/st.gallen_doku_innenstadt.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Massnahmenpaket Innenstadt St.Gallen<\/a><br \/>\n&nbsp;\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/blockquote>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\"><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi12.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-magnific_type=\"image\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"bi1\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1364\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi12.jpg\" alt=\"bi1\" width=\"1350\" height=\"892\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi12.jpg 1350w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi12-300x198.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi12-620x410.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi12-768x507.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bi12-940x621.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 1350px) 100vw, 1350px\" \/><\/a> <span style=\"font-size: 10pt;\">Der Suchverkehr im Innerst\u00e4dtischen Kontext<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Jahrzehnten streitet Schaffhausen um Parkpl\u00e4tze. 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