{"id":1508,"date":"2015-12-22T15:30:16","date_gmt":"2015-12-22T15:30:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1508"},"modified":"2015-12-22T15:30:16","modified_gmt":"2015-12-22T15:30:16","slug":"die-stadt-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1508","title":{"rendered":"Die Stadt der Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>Schaffhausen in 50 Jahren<br \/>\nHans-Georg B\u00e4chtold, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer SIA<br \/>\nIch wurde eingeladen, einen Blick in die Zukunft der Stadt Schaffhausen in 50 Jahren zu werfen. Bevor ich das tun werde, mache ich eine R\u00fcckschau, lege dann die zentralen und grossen Herausforderungen der Gegenwart dar und zeige Tendenzen in der Stadtentwicklung auf.<br \/>\n<strong> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1552 size-full\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC_0065.jpg\" alt=\"DSC_0065\" width=\"6000\" height=\"4000\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC_0065.jpg 6000w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC_0065-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC_0065-620x413.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC_0065-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC_0065-940x627.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 6000px) 100vw, 6000px\" \/><\/strong><br \/>\n<strong>Woher?<\/strong><br \/>\nLetzthin bin ich meinen Kindergartenweg gewandert \u2013 von der Rheinhalde nach Buchthalen. Ich stellte fest: es hat sich in den vergangenen 55 Jahren wenig ge\u00e4ndert. Die meisten H\u00e4user stehen noch. Sie sind sch\u00f6ner geworden. Der Beck im Dorf ist verschwunden. Die Strassen erscheinen breiter und bis zum Randstein perfekt unterhalten. Aber meine Schleichwege sind noch da und heissen immer noch G\u00e4sschen.<br \/>\nDie Urbanisierung der Schweiz hat sich langsam vollzogen \u2013 auf eine helvetische Art &#8211; gepr\u00e4gt von der kleinteiligen Gemeindestruktur und von der dezentralen Industrialisierung. \u00abDie ganze Schweiz ist wie eine grosse Stadt, aufgeteilt in dreizehn Quartiere, von denen die einen in T\u00e4lern sind, die anderen auf Anh\u00f6hen und noch andere auf Bergen. (\u2026) Man glaubt nicht mehr, Ein\u00f6den zu durchqueren, wenn man Kircht\u00fcrme zwischen den Tannen findet, Viehherden auf den Felsen, Fabriken in den Abgr\u00fcnden, Werkst\u00e4tten in den B\u00e4chen.\u00bb Ein Zitat von Jean-Jaques Rousseau, der 1712-1778 gelebt hat. Heute gibt es in der Schweiz drei Metropolitanr\u00e4ume und wenige gr\u00f6ssere St\u00e4dte. Zentrale Elemente der Entwicklung waren die Transformation der Innenst\u00e4dte, der Umbau der Industriegebiete und das rasante Wachstum der Agglomerationen \u2013 insbesondere auch mit ausgedehnten Einfamilienhausquartieren. Massgebend war auch die Steigerung der Bruttogeschossfl\u00e4che f\u00fcrs Wohnen von 22 m2 in der Mitte des letzten Jahrhunderts auf heute gegen 50 m2 pro Person. Eine Umfrage in Zug belegt, dass die Entwicklung f\u00fcr \u00fcber 60% der Menschen zu schnell gegangen ist.<br \/>\nFazit: Geb\u00e4ude und Infrastrukturen haben sich in den vergangenen Jahren wenig ge\u00e4ndert. Sie sind einem langsamen Wandel unterworfen, aufgrund der langen Planungs-, Entscheidungs- und Realisierungszeitr\u00e4ume in der Demokratie \u2013 mitgetragen vom Eigentumsverst\u00e4ndnis \u2013 der Schweiz. Vor diesem Hintergrund komme ich zum Schluss, dass die Stadt Schaffhausen in 50 Jahren \u00e4hnlich wie heute aussehen wird. \u00c4ndern werden sich die Lebensformen, die Lebensgewohnheiten und die Raumnutzung der Menschen.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>Was ist?<\/strong><br \/>\nDas Schweizer Volk sagte am 3. M\u00e4rz 2013 mit \u00fcber 60% der Stimmen Ja zur Revision des Raumplanungsgesetzes. Das bedeutete eine Strategie der Innenentwicklung. Das ist die Herausforderung, und sie stellt neue Fragen. Wie sollen die Innenentwicklung, das Wachstum der Menschen, die Mobilit\u00e4t, die Energiewende und der Klimawandel in den bestehenden Siedlungen bew\u00e4ltigt werden? Erneuerung, Umbau oder Ersatzneubau? Es hat in der Vergangenheit immer wieder Spr\u00fcnge und disruptive Entwicklungen gegeben. Erfindungen, welche das Leben bequemer und einfacher machen, haben sich stets durchgesetzt. So wird es sich z. B. auch mit selbstfahrenden Autos verhalten. Sie sind sicherer, bequemer und erst noch g\u00fcnstiger. Vollautomatisch gesteuerte Fahrzeuge k\u00f6nnen ihre Passagiere vor deren Haust\u00fcre abholen. Daher werden sich Verkehrssysteme, welche aus einer Vielzahl solcher vollautomatisierter W\u00e4gelchen bestehen, gegen Bus- und Tramsysteme langfristig durchsetzen.<br \/>\nAus meiner Sicht gilt es, eine Strategie f\u00fcr die Bearbeitung dieser m\u00f6glichen \u00c4nderungsprozesse zu entwickeln. Zielf\u00fchrende Ans\u00e4tze sind das Planen im grossen Massstab, Testplanungen, Wettbewerbe und Ideenkonkurrenzen, mehr Baukultur und h\u00f6here Qualit\u00e4t. M.E. geh\u00f6ren dazu weniger Technik, mehr Heimat, Urbanit\u00e4t in den St\u00e4dten bis an den Stadtrand, bessere Kommunikation, mehr Dialog mit verst\u00e4ndlicher Sprache. Das Projekt Fulachtal erf\u00fcllt genau diese Anspr\u00fcche.<br \/>\n<strong> <a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie1.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-magnific_type=\"image\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"Folie1\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1509\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie1.jpg\" alt=\"Folie1\" width=\"720\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie1.jpg 720w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie1-620x465.jpg 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a>  <\/strong><br \/>\n<strong>Wohin?<\/strong><br \/>\nDie erste Herausforderung ist, dass die Menschheit w\u00e4chst. Und das in schnellem Tempo. Die UN geht von einer weltweiten Bev\u00f6lkerungszahl bis 2050 von rund 9.5 Milliarden aus. Und die Menschen bewegen sich in immer gr\u00f6sseren Mengen von Orten ohne Zukunft zu Orten mit einer Zukunft. Deshalb w\u00e4chst auch die Schweiz sehr schnell. Ende Mai hat das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) mit seiner neusten Prognose f\u00fcr das Bev\u00f6lkerungswachstum bekanntgegeben, dass bis 2050 von einer 10-Millionen-Schweiz auszugehen ist. Das bedeutet eine Wachstumsrate von 1.2%. Im Jahr 2000 wuchs die Schweizer Bev\u00f6lkerung noch um 0.5% und bis 2006 j\u00e4hrlich um rund 0.7%. Muss uns eine 10 Millionen Schweiz Sorge bereiten? Ich glaube nicht. Richtig gesteuert und gestaltet nimmt die Lebensqualit\u00e4t vielleicht sogar noch zu.<br \/>\nDas Leben digitalisiert sich, gleichfalls in rasendem Tempo. Mit der voranschreitenden Digitalisierung ver\u00e4ndern sich unsere Lebensgewohnheiten mit den entsprechenden Auswirkungen auf unsere Lebensr\u00e4ume. Softwarel\u00f6sungen bieten uns schon heute Unterst\u00fctzung bei allem m\u00f6glichen und werden unsere Form des Zusammenlebens und damit auch unsere St\u00e4dte weiter ver\u00e4ndern. Sie lassen uns am Telefon Bankgesch\u00e4fte abwickeln, das Billet l\u00f6sen, das Wetter \u00fcberpr\u00fcfen und live das aktuellste Fussballspiel mitverfolgen. Und mit WhatsApp, Facetime, Twitter, Instagramm, Facebook und so weiter wandert der soziale Austausch mehr und mehr ins Internet. Ob gut oder nicht, sei hier einmal dahingestellt. Aber wenn ich am Morgen die Menschen im Tram beobachte und sehe, wie 80% der Mitfahrenden mit ihrem Handy besch\u00e4ftigt sind, dann ist die Digitalisierung einfach eine Realit\u00e4t. Apps gestalten unaufhaltsam unseren Alltag. Und mit viel Euphorie entwickelt sich auch in der Arbeitswelt die Digitalisierung. Unsere Arbeitsweise soll und wird sich zwangsl\u00e4ufig immer mit den Technologien, die uns zur Verf\u00fcgung stehen, mitentwickeln.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie2.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-magnific_type=\"image\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"Folie2\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1510\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie2.jpg\" alt=\"Folie2\" width=\"720\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie2.jpg 720w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie2-620x465.jpg 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><br \/>\nDie Ressourcen Wasser und Boden werden knapper und das Klima ver\u00e4ndert sich. Im Durchschnitt ist die Globaltemperatur seit 1900 um 0.85\u00baC gestiegen. Wissenschaft und Politik haben die Herausforderungen erkannt. So meinte US-Pr\u00e4sident Obama letzthin: \u00abWer heute noch bestreitet, dass der Mensch nicht zum Klimawandel beitr\u00e4gt ist ein Zyniker.\u00bb<br \/>\nDa ich selber nicht Architekt bin und deshalb auch keine eigenen Bilder dieser m\u00f6glichen Entwicklungsstr\u00e4nge zur Verf\u00fcgung habe, und um genau so wenig mit Bildern von anderen St\u00e4dtebauvisionen formal vorzugreifen, habe ich mich entschlossen, meine Ausf\u00fchrungen mit einer bereits 33-j\u00e4hrigen Vision zu bebildern. Der Vision von Ridley Scott in seinem filmischem Meisterwerk Blade Runner. Ridley Scott zeichnete 1982 das Bild eines d\u00fcsteren Los Angeles von 2019, eines Stadtmolochs der aufgrund der Klimaver\u00e4nderung durchtr\u00e4nkt ist von Dauerregen. So regnerisch, d\u00fcster, dekadent und schmutzig ist das heutig Los Angeles zum Gl\u00fcck nicht und wird es auch nie sein. Auch will ich unter keinen Umst\u00e4nden den Eindruck erwecken, dass dieses Los Angeles die Stadt der Zukunft ist. Und trotzdem hat Ridley Scott in seiner eindr\u00fccklichen Vision in erstaunlicher Art und Weise einiges an Entwicklungen vorweggenommen, was auch noch f\u00fcr die Stadt der Zukunft gelten k\u00f6nnte.<br \/>\nIch bin \u00fcberzeugt, dass sich die Stadt als Lebensort durchsetzen wird \u2013 auch in der Schweiz. \u00dcberall auf der Welt ziehen die Metropolen die Menschen an. F\u00fcr mich ist auch klar, warum. Das Leben in der Stadt hat ganz einfach zu viele Vorteile. F\u00fcr die Wirtschaft ist sie Dreh- und Angelpunkt weil sie \u2026<br \/>\n\u2026 eine wertvolle Brutst\u00e4tte der Kreativit\u00e4t, von Ideen und von Innovation ist<br \/>\n\u2026 weil sie hervorragend erschlossen und weltweit vernetzt ist<br \/>\n\u2026 weil sie ein grosses Reservoir an Arbeitskr\u00e4ften bietet<br \/>\nF\u00fcr die Menschen ist sie als Wohnort attraktiv weil \u2026<br \/>\n\u2026 sie die gr\u00f6sste Dichte an Arbeitspl\u00e4tzen bietet<br \/>\n\u2026 sie die gr\u00f6sste Dichte an Einkaufsm\u00f6glichkeiten bietet und das dichteste Angebot an Kultur, Sport- und Freizeitanlagen hat<br \/>\n\u2026 und vor allem, weil sie das alles in k\u00fcrzester Distanz bietet.<br \/>\nAus umwelttechnischer Sicht ist sie viel sinnvoller weil\u2026<br \/>\n\u2026 Energie- und Ressourcenverbrauch pro m2 Wohn- und Arbeitsfl\u00e4che abnimmt<br \/>\n\u2026 weil der Aufwand f\u00fcr die Infrastruktur (Verkehr, Wasser-, Strom-, Kommunikation) sinkt.<br \/>\nIn der Stadt der Zukunft werden sich auch noch viel mehr Menschen unterschiedlicher Herkunft mischen. Und in genau dieser Vielfalt wird die Stadt der Zukunft ihre Identit\u00e4t finden. Auch das sah Ridley Scott bereits voraus. Im Los Angeles von 2019 mischen sich hunderte von verschiedenen Ethnien. Und um dieses Nebeneinander einer Vielzahl von Menschen in Sachen Infrastruktur, Energieversorgung und damit auch Kosten m\u00f6glichst optimal zu gestalten, wird sich die Stadt der Zukunft in die H\u00f6he entwickeln. Ich meine damit die Entwicklung des st\u00e4dtischen Lebens in die Vertikale. Das heisst zum Beispiel:<br \/>\n\u2026..im EG: Einkaufsm\u00f6glichkeiten und Gastronomie<br \/>\n\u2026..im 1. bis 14 OG: Wohnen<br \/>\n\u2026..im 15. OG: Museum<br \/>\n\u2026..im 16. OG: Schule<br \/>\n\u2026. im 17. OG: Altersresidenz<br \/>\n\u2026. im 18. bis 30. OG: Arbeiten und Wohnen<br \/>\n\u2026..und im 31. OG: Weitere Einkaufsm\u00f6glichkeit<br \/>\nUnd schliesslich beginnt die Stadt auch sich auf oberen Ebenen zu verbinden und in diesem Sinne Strassen und Pl\u00e4tze, Parks \u2013 weitere Ebenen des st\u00e4dtischen Lebens zu entwickeln. Vielleicht wird damit auch die Gentrifizierung zur Vertikalisierung. Oder genauer: Die Einkommensunterschiede f\u00fchren in der Stadt der Zukunft nicht mehr zu einer Verdr\u00e4ngung der Einkommensschwachen in die Peripherie, sondern \u2013 wie von Ridley Scott vorausgesehen \u2013 zur Bewegung der Einkommensstarken in die oberen Geschosse. Es bilden sich keine Quartiere mehr von Reichen, sondern Geschosse. Und in der Stadt der Zukunft m\u00fcssten die Einkommensschwachen dann nicht auf die Qualit\u00e4ten der Zentrumslage und auf alle damit einhergehenden Vorteile verzichten. Mit den Menschen werden sich auch verschiedenste Produktionsbranchen und vielleicht sogar die Landwirtschaft wieder in die Stadt zur\u00fcck begeben.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie3.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-magnific_type=\"image\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"Folie3\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1511\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie3.jpg\" alt=\"Folie3\" width=\"720\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie3.jpg 720w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie3-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Folie3-620x465.jpg 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><br \/>\nWie diese Entwicklung die Baustruktur unserer St\u00e4dte und deren r\u00e4umliche Textur ver\u00e4ndern wird, f\u00e4llt mir sehr schwer zu sagen. Sicher ist, dass die digitale Urbanisierung auf den physischen Raum trifft und, dass sich unser Zusammenleben und mit diesem auch die Stadt ver\u00e4ndern wird. Ver\u00e4ndern wird die Digitalisierung unseres Lebens insbesondere auch die Mobilit\u00e4t. Durch alle Strassen der Stadt der Zukunft bewegt sich ein immerw\u00e4hrender Strom von autonom gesteuerten Elektro-Autos, die ich wie einen horizontal fliessenden Auto-Paternoster \u00fcberall und jederzeit besteigen, eine gewisses Strecke machen und dann wieder verlassen kann. Die Effizienz des Verkehrs wird enorm gesteigert, der CO2 Ausstoss minimiert, die Sicherheit erh\u00f6ht \u2013 das Privatfahrzeug unn\u00f6tig.<br \/>\nIch fasse die erkannten Tendenzen und meine Perspektiven zusammen. Die Stadt der Zukunft wird:<br \/>\n\u2026 der Lebensort sein<br \/>\n\u2026 sich in die Vertikale entwickeln<br \/>\n\u2026 ethnisch globalisiert sein und daraus ihre eigene Identit\u00e4t ableiten<br \/>\n\u2026 der Produktionsstandort sein<br \/>\n\u2026 und wird in hohem Masse digitalisiert sein.<br \/>\nDas alles nun so und in vern\u00fcnftigen Schritten st\u00e4dtebaulich und architektonisch auszuformulieren, dass es als Lebensraum attraktiv &#8211; und bitte nicht so wie das Blade-Runner-Los Angeles wird -, ist nun Aufgabe aller am Bauwerk Mitwirkenden.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nNorbert R\u00f6ttgen, Bundestagsabgeordneter und bis 2012 Minister f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Deutschland, brachte es in seiner Festrede zur SIA-Auszeichnung \u00abUmsicht 2013\u00bb auf den Punkt. Er bezeichnete die vor uns liegende zukunftsf\u00e4hige Umgestaltung unserer Lebensr\u00e4ume treffend als \u00abGenerationenprojekt\u00bb. Ein Projekt, das von der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Politik alles abverlangen wird und mit dem sich, so Norbert R\u00f6ttgen weiter, die Schweiz, Deutschland und viele weitere L\u00e4nder auf den Weg in eine andere Welt machen w\u00fcrden. Und in dieser Welt w\u00fcrden unsere gesamte Lebensform, unsere Gesellschaft, sprich unsere Kultur, komplett anders aussehen.<br \/>\nIch glaube, dass die Architektur und die Ingenieurbaukunst, die ja ihrer Natur nach generationen\u00fcbergreifend sind, einen essentiellen, gerade auch kulturellen Beitrag dazu leisten m\u00fcssen, Gesellschaften und deren Menschen vor Augen zu f\u00fchren, dass es eine attraktive Zukunft gibt und dass es unser aller Aufgabe ist, diese zu gestalten. Ja, dass es noch dazu eine spannende, sch\u00f6ne und auch machbare Aufgabe ist. Mitnehmen auf diesen gestalterischen Weg m\u00fcssen wir auch, dass es immer um den Lebensraum f\u00fcr Menschen geht und diese sich letztlich in den von uns gestalteten St\u00e4dten wohl und zuhause f\u00fchlen sollen. Niemand sagte das je k\u00fcrzer und treffender als William Shakespeare mit \u00abWhat is the city but the people?\u00bb (Was ist die Stadt ausser den Menschen, die darin leben).<br \/>\nUnd weil der Mensch im Mittelpunkt steht, m\u00fcssen wir auch ber\u00fccksichtigen, dass die Wertsch\u00e4tzung der Stadt ein immaterielles Gut ist, abgeleitet aus der Gesellschaft und ihren Individuen selber. Wie andere Werte ist sie deshalb stets im Wandel. Dass Mass der Wertsch\u00e4tzung beruht auf einem Konsens, der stets neu erarbeitet werden muss. Den entsprechenden Wertebildungsprozess in Gang zu halten, ist neben dem hochwertigen Planen, Bauen und Betreiben die zentrale Aufgabe aller am Bauwerk Mitwirkenden auf dem Weg zur Stadt der Zukunft.<br \/>\nIch schliesse mit einem Zitat von Jean Fourasti\u00e9, einem franz\u00f6sischen \u00d6konomen, der im letzten Jahrhundert gelebt hat, das meine \u00dcberzeugung darlegt: \u201eDie Zukunft wird so aussehen, wie wir sie gestalten\u201c.<br \/>\nDownload:<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/151030_shn_die-zukunft-der-freizeitlandschaft.pdf\">151030_shn_die zukunft der freizeitlandschaft<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schaffhausen in 50 Jahren Hans-Georg B\u00e4chtold, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer SIA Ich wurde eingeladen, einen Blick in die Zukunft der Stadt Schaffhausen in 50 Jahren zu werfen. 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