{"id":1589,"date":"2016-04-05T05:39:16","date_gmt":"2016-04-05T05:39:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1589"},"modified":"2023-04-15T09:31:51","modified_gmt":"2023-04-15T09:31:51","slug":"shed-versus-sol-schulhausprojekte-auf-dem-scharf-pruefstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1589","title":{"rendered":"SHED versus SOL: Schulhausprojekte auf dem Scharf-Pr\u00fcfstand"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Text:<\/strong> Caspar Heer<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"> <strong>Bilder:<\/strong> Christian W\u00e4ckerlin<\/span><br \/>\n<strong><em>Die Abstimmung vom 17. April ist eine Wahl zwischen zwei Schulhaus-Projekten \u2013 und auch eine Qual, denn das Abstimmungsmagazin l\u00e4sst manche Fragen offen. Eine Scharf-Veranstaltung suchte Antworten und bot Entscheidungshilfe aus erster Hand. <\/em><\/strong><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1592 size-full\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_2.jpg\" alt=\"Podium_Breite_2\" width=\"1890\" height=\"1417\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_2.jpg 1890w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_2-620x465.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_2-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_2-940x705.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 1890px) 100vw, 1890px\" \/><br \/>\nIm Schulhausbau ist die Variantenabstimmung eine Premiere, und viele Stimmberechtigte f\u00fchlen sich \u00fcberfordert. Scharf lud deshalb die Architekten der beiden Schulhaus-Projekte und weitere Fachleute am 30. M\u00e4rz 2016 zu einer \u00f6ffentlichen Veranstaltung ein.<br \/>\nDie Debatte um ein neues Breite-Schulhaus wird sehr emotional gef\u00fchrt. Christian W\u00e4ckerlin, Pr\u00e4sident des Schaffhauser Architektur Forums, betonte deshalb: \u201eWir geben uns M\u00fche, beide Seiten transparent darzustellen\u201c. Kein Thema in dieser Veranstaltung war der h\u00f6chst umstrittene politische Prozess, der dazu f\u00fchrte, dass dem Siegerprojekt eines Architekturwettbewerbs (SHED) nachtr\u00e4glich ein zweites Projekt (SOL) gegen\u00fcbergestellt wurde.<br \/>\nSHED, das Schulhaus mit dem gezackten Dach, wurde vom Winterthurer B\u00fcro Stutz Bolt Partner Architekten AG ausgearbeitet, beim Podium vertreten durch den Architekten Dario Oechsli. Es hat sich 2011 in einem \u00f6ffentlichen Projektwettbewerb mit Pr\u00e4qualifikation, f\u00fcr den sich 40 B\u00fcros beworben hatten, in der 2. Stufe gegen 8 andere Projekte durchgesetzt, wurde aber vom Grossen Stadtrat (Stadtparlament) als zu teuer zur\u00fcckgewiesen. Darauf wurde es abgespeckt. Kostenpunkt laut Abstimmungs-Vorlage: 12.5 Millionen Franken.<br \/>\nSOL entstand daraufhin im Auftrag der Baufachkommission des Stadtparlamentes. Sie beauftragte das Basler B\u00fcro Denkstatt Sarl damit, eine \u201egleichwertige Variante zu tieferen Preisen\u201c zu erarbeiten. Sarl war an der Veranstaltung vertreten durch Pascal Hentschel, Arch. Dipl.Ing., den Bauphysiker Harald Huth und Designer FH VSAI Pascal Angehrn. Kostenpunkt laut Abstimmungs-Vorlage: 10.1 Millionen Franken.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>Die Sicht der Architekten<\/strong><br \/>\n\u201eAlles unter einem Hut, m\u00f6glichst konzentriert, aber flexibel\u201c, das ist laut Architekt Dario Oechsli die Essenz von SHED. Das Siegerprojekt entsprach damit am besten den Vorgaben des Architekturwettbewerbs. Das Schulhaus w\u00fcrde in Massivbauweise ausgef\u00fchrt, weil sich diese als langlebig und im Hinblick auf sp\u00e4tere Erweiterungen flexibel erwiesen habe. Der Bauk\u00f6rper bilde ein Ensemble mit den bisherigen Schulgeb\u00e4uden, betonte Oechsli. Mit dem markanten, gezackten Dach nehme es bewusst Bezug auf andere \u00f6ffentliche Bauten wie jene der KSS, sei also kein Fremdk\u00f6rper im Quartier. Die Schulzimmer seien so angeordnet, dass der Unterricht von aussen wenig gest\u00f6rt werde. Das SHED-Dach sorge f\u00fcr eine gute Belichtung, die Querw\u00e4nde im Obergeschoss seien ohne statische Probleme verschiebbar, die Begegnungszone zwischen den Zimmern bewusst grossz\u00fcgig angelegt.<br \/>\nWorin unterscheidet sich das zweite Projekt? SOL-Architekt Pascal Anghern. \u201eWir haben bewusst und nicht allein aus Kostengr\u00fcnden einen anderen Weg eingeschlagen. Wir verteilen die Funktionen auf verschiedene Geb\u00e4ude: Ein neues Schulhaus, das renovierte Hauswartgeb\u00e4ude (das im Gegensatz zum SHED-Projekt nicht abgerissen w\u00fcrde) und der neue Pavillon f\u00fcr ausserschulische Betreuung. Damit bleiben wir in der Massst\u00e4blichkeit der bisherigen Bauten auf dem Gel\u00e4nde. Dass es verschiedene Wege und Umgebungen gibt und sich die Sch\u00fcler mehr bewegen k\u00f6nnen, ist aus unserer Sicht ein Pluspunkt.\u201c Das neue Schulgeb\u00e4ude ist ein modularer Holzbau, der wesentlich rascher erstellt werden k\u00f6nne als ein Massivbau. Die Schulzimmer seien mit Absicht nach Nordwesten ausgerichtet, also (wie bei Ateliers \u00fcblich) der direkten Sonneneinstrahlung abgewandt. Der s\u00fcdseitig angeordnete schmale Aufenthaltsbereich f\u00e4ngt dagegen in der kalten Jahreszeit die Sonnenenergie ein. Die Gruppenarbeitsr\u00e4ume sind verglast, was das Geb\u00e4udeinnere transparent erscheinen l\u00e4sst.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>Scharf kalkuliert<\/strong><br \/>\n\u201eF\u00fcr praktisch das gleiche Raumprogramm hat die Stadt beim Projekt SOL rund 2.5 Millionen Franken weniger hinzubl\u00e4ttern\u201c, schrieb Edgar Zehnder k\u00fcrzlich in den Schaffhauser Nachrichten. Er ist Pr\u00e4sident der Baufachkommission im Grossen Stadtrat, die das zweite Projekt initiiert hat. Sind die zwei Projekte tats\u00e4chlich gleichwertig? Architekt Roland Hofer, Scharf-Vorstandmitglied, hat Vergleichszahlen errechnet und kommt zum Resultat: Mit einer gr\u00f6sseren Kubatur und einem Plus von 435 Quadratmetern, also rund 15 Prozent Geschossfl\u00e4che biete SHED klar mehr als SOL. \u201eUnter dem Strich kosten daher beide Schulh\u00e4user gleich viel.\u201c Edgar Zehnder warf ein, die Zahlen seien alle falsch, was Hofer energisch und mit guten Argumenten bestritt.<br \/>\nWeniger gut nachvollziehbar blieben seine Erw\u00e4gungen, wonach Holzbauten tendenziell teurer seien als Massivbauten. Pascal Hentschel und Pascal Angehrn bestritten dies f\u00fcr den vorgesehenen modularen Holzbau. Ihr B\u00fcro \u201eDenkstatt Sarl\u201c gilt auf diesem Gebiet als sehr erfahren und kann auf Referenzprojekte im Grossraum Basel verweisen.<br \/>\nUnterschiede ortete Hofer auch beim Energieverbrauch, der wegen der gr\u00f6sseren Geb\u00e4udeaussenh\u00fcllen beim SOL-Projekt h\u00f6her ausfallen d\u00fcrfte. Das bestritten die SOL-Vertreter zwar nicht. Sie sind aber trotzdem \u00fcberzeugt, dass ihr Projekt energetisch mindestens gleichwertig sei: Es ben\u00f6tige n\u00e4mlich in der Bauphase weniger graue Energie, weil ein Geb\u00e4ude bestehen bliebe und das Holz f\u00fcr die Neubauten wesentlich \u00f6kologischer sei als Beton. Und Hentschel schob nach: \u201eWir erf\u00fcllen mit SOL ohne Probleme den Minergie-P-Standard\u201c.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>SHED r\u00e4umt beim Publikum ab<\/strong><br \/>\nBraucht die Breite \u00fcberhaupt ein neues Schulhaus?\u201c fragte Moderator Matthias Wipf ins Publikum. Die Antwort war ein eindeutiges Ja. In der Diskussion fand das Projekt SHED den gr\u00f6ssten Zuspruch, w\u00e4hrend nur vereinzelte Stimmen SOL lobten. Die grossen Begegnungszonen, die kompaktere Bauweise, das Mehr an Stauraum wurden als Argumente f\u00fcr SHED vorgebracht. Im Auditorium sassen zu einem grossen Teil Sachverst\u00e4ndige und Lehrkr\u00e4fte. Ihre Meinung d\u00fcrfte also kaum f\u00fcr die gesamte Bev\u00f6lkerung repr\u00e4sentativ sein.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>Wettbewerben Sorge tragen<\/strong><br \/>\nStadtrat Urs Hunziker betonte: \u201eWas mich dr\u00fcckt, sind die Folgekosten f\u00fcr den Schulbetrieb. Der Stadtrat bevorzugt unter anderem deshalb klar die Variante SHED\u201c. Den Vorwurf der F\u00fchrungsschw\u00e4che der Politik gaben Hunziker und sein Stadtratskollege Raphael Rohner weiter: Schliesslich h\u00e4tten nicht sie, sondern der Grosse Stadtrat die Variantenabstimmung aufgegleist.<br \/>\nSo m\u00fcndete die Debatte zum Schluss doch noch in ein Hick-Hack um den Prozess. Bei allen Differenzen waren sich die Anwesenden doch in einem Punkt einig: Architekturwettbewerbe tragen viel zur Bauqualit\u00e4t bei. Sie sind aber f\u00fcr die beteiligten B\u00fcros aufwendig und teuer. Deshalb ist es stossend, wenn die Gewinner leer ausgehen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1591 size-full\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_1.jpg\" alt=\"Podium_Breite_1\" width=\"1725\" height=\"1294\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_1.jpg 1725w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_1-620x465.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Podium_Breite_1-940x705.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 1725px) 100vw, 1725px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text: Caspar Heer Bilder: Christian W\u00e4ckerlin Die Abstimmung vom 17. 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