{"id":1888,"date":"2017-05-01T11:10:22","date_gmt":"2017-05-01T11:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1888"},"modified":"2017-05-01T11:10:22","modified_gmt":"2017-05-01T11:10:22","slug":"bunt-die-architektur-grau-die-huelle-fuer-die-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1888","title":{"rendered":"Bunt die Architektur, grau die H\u00fclle f\u00fcr die Kunst"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bericht \u00fcber den SCHARF-Mitglieder-Ausflug nach Basel zum Schweizerischen Architekturmuseum und zum Kunstmuseum Basel am 7. April 2017.<\/strong><br \/>\n<strong>Mit der Ausstellung \u201eSchweizweit\u201c zeigt das Schweizer Architekturmuseum in einer unkonventionellen Momentaufnahme die Vielfalt der neuen Schweizer Architektur ab 1990. Ein Beispiel daf\u00fcr ist auch der neue Erweiterungsbau des Basler Kunstmuseums. Grund genug f\u00fcr eine Scharf-Exkursion ans Rheinknie.<\/strong><br \/>\nKann man die Gegenwartsarchitektur eines ganzen Landes \u00fcberhaupt abbilden? Das Schweizer Architekturmuseum (S AM) wagte den Versuch. 162 Architekturb\u00fcros liessen sich auf die drei Fragen ein, die Ihnen die Ausstellungsmacher, S AM-Direktor Andreas Ruby und Kuratorin Viviane Ehrensberger, zustellten. Sie lauteten:<\/p>\n<ol>\n<li>Welches Deiner Projekte findest Du f\u00fcr die Schweizer Architekturproduktion am relevantesten?<\/li>\n<li>Welches aktuelle Projekt eines anderen Architekten findest Du daf\u00fcr wegweisend?<\/li>\n<li>Welches vernakul\u00e4re Geb\u00e4ude oder r\u00e4umliche Situation findest Du inspirierend f\u00fcr Deine Architekturauffassung?<\/li>\n<\/ol>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1903\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/sam1.jpg\" alt=\"sam1\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/sam1.jpg 640w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/sam1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/sam1-620x414.jpg 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Susanne Albrecht (SCHARF), Viviane Ehrenberger (S AM), Christian W\u00e4ckerlin und S AM-Direktor Andreas Ruby<\/p>\n<p>Die Antworten pr\u00e4sentierte das S AM in grossformatigen Projektionen, denen Fotos der ungeplanten, aber inspirierenden Geb\u00e4ude beziehungsweise Situationen beigestellt wurden. Ruby bezeichnete die Ausstellung als architektonisches \u201eRoad Movie\u201c durch die Schweiz. Richtig erschliessen l\u00e4sst sich die F\u00fclle an Informationen aber erst, wenn man den Ausstellungskatalog zur Hand nimmt. Dort finden sich n\u00e4mlich auf jeweils einer Seite (statt auf drei R\u00e4ume verteilt) die bebilderten Antworten der 162 Architekturb\u00fcros.<br \/>\n<strong>Spiegelbild der vielf\u00e4ltigen Schweiz<\/strong><br \/>\nStararchitekten wie Herzog &amp; de Meuron oder Zumthor haben der modernen Schweizer Baukultur zu internationalem Ansehen verholfen. Doch die zahlreichen Einzelaufnahmen der Ausstellung sind wie Pixel eines gr\u00f6sseren und weit vielf\u00e4ltigeren Bildes. Es zeigt, was Schweizer Architektur heute ist: N\u00e4mlich eine Baukultur, die \u00fcber den Minimalismus hinaus eine erstaunliche Bandbreite aufweist. Sie bringt laut Ruby keine dominierende oder gar einheitliche Haltung zum Ausdruck, wie das in anderen L\u00e4ndern der Fall ist, sondern bleibt stark von regionalen Eigenheiten gepr\u00e4gt.<br \/>\n<strong>Eigenst\u00e4ndige Antwort auf den Hauptbau<\/strong><br \/>\n\u201eRegional eigen\u201c ist auch der Erweiterungsbau des Basler Kunstmuseums der Architekten Christ &amp; Gantenbein. Dies nicht, weil sie ihr B\u00fcro am Rheinknie haben, sondern wegen der zahlreichen Bez\u00fcge zum Hauptbau. Von dort f\u00fchrte die Architektin Ursula H\u00fcrzeler die Exkursionsteilnehmer denn auch an den Neubau heran. Der Hauptbau wurde 1936 errichtet, orientierte sich aber weniger am Modernismus als am Traditionalismus. Dem Architekten Rudolf Christ schwebte ein Gesamtkunstwerk vor, das sich an klassischen Vorbildern orientierte und in einer vielf\u00e4ltigen Materialwahl den Wert des Handwerks betonte. Wie haben nun Christ &amp; Gantenbein mit ihrem Neubau darauf reagiert?<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1901\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kumus_2.jpg\" alt=\"kumus_2\" width=\"451\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kumus_2.jpg 451w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kumus_2-300x426.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 451px) 100vw, 451px\" \/><br \/>\n\u201eDer Neubau zeigt als j\u00fcngerer Bruder eine \u00e4hnliche Pr\u00e4senz wie der Hauptbau\u201c, brachte es H\u00fcrzeler auf den Punkt. Er bleibt ein eigenst\u00e4ndiges Bauwerk, schafft aber zahlreiche Bez\u00fcge zum Hauptbau. Aussen ist das nebst der Bauh\u00f6he der durch horizontale Schichtung \u00e4hnliche Wandaufbau. Innen wird der Vorg\u00e4ngerbau durch die Verwendung von grauem Marmor f\u00fcr die Treppen und dem handwerklich anspruchsvollen Kratzputz zitiert.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1902 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kumus_1.jpg\" alt=\"kumus_1\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kumus_1.jpg 640w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kumus_1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kumus_1-620x414.jpg 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Architektin und Kunstf\u00fchrerin Ursula H\u00fcrzeler vor dem Neubau des Kunstmuseums Basel<\/p>\n<p><strong>Architektur f\u00fcr die Kunst<\/strong><br \/>\nDer Neubau wirkt trotz der wenigen Fenster nicht trutzig, zumindest aussen. Er sch\u00f6pft seine moderne Eleganz aus einfachen Materialien, den grauen Ziegelsteinen der Aussenhaut, den verzinkten T\u00fcr- und Fenstergittern oder den Stahlblechw\u00e4nden im Eingangsbereich. Die Graut\u00f6ne im Innern wirken k\u00fchl, doch die Architektur nimmt sich damit zur\u00fcck und l\u00e4sst der Kunst den Vortritt. Aussen scheint das Grau lebendiger, tags\u00fcber weil das unterschiedlich geb\u00e4nderte Backsteinkleid seinen Schattenwurf ver\u00e4ndert, nachts weil die wandernde LED-Leuchtschrift im oberen Fassadenbereich Farbe ins Dunkel bringt.<br \/>\n\u201eDer j\u00fcngere Bruder\u201c ist kein Bau der grossen Gesten. Er sch\u00f6pft zwar Spannung aus dem Kontrast nobler und industrieller Materialien wie auch aus einem ungew\u00f6hnlichen Grundriss, ist aber doch einfach gehalten. Seine Qualit\u00e4ten liegen gerade darin, dass er sich weniger inszeniert als andere zeitgen\u00f6ssische Museumsbauten.<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\"><em><a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1834\">Einladungskarte Ausflug nach Basel, 7.4.2017<br \/>\n<\/a><a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1801\">Bericht \u00fcber das Referat von Andreas Ruby in Schaffhausen, 1.3.2017<\/a><\/em><\/span><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht \u00fcber den SCHARF-Mitglieder-Ausflug nach Basel zum Schweizerischen Architekturmuseum und zum Kunstmuseum Basel am 7. April 2017. 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