{"id":1973,"date":"2017-09-05T14:19:30","date_gmt":"2017-09-05T14:19:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1973"},"modified":"2017-09-05T14:19:30","modified_gmt":"2017-09-05T14:19:30","slug":"ein-schwebendes-mobile-aus-beton","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1973","title":{"rendered":"Ein schwebendes Mobile aus Beton"},"content":{"rendered":"<p><em>Martin Valier, Bauingenieur bei Penzel Valier AG, Z\u00fcrich, kam zur Er\u00f6ffnung der von SCHARF im Kreuzgang des Museums zu Allerheiligen pr\u00e4sentierten Ausstellung \u201eArchitekturpreis Beton 17\u201c nach Schaffhausen. Er referierte \u00fcber die Entstehung der Sporthalle Weissenstein, Bern, und konnte trotz hohem Fachniveau auch ein Laienpublikum faszinieren.<\/em><\/p>\n<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1964 size-medium\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Ausstellung-620x465.jpg\" alt=\"Beton17_Ausstellung\" width=\"620\" height=\"465\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Ausstellung-620x465.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Ausstellung-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Ausstellung-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Ausstellung-940x705.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/h6>\n<h6 style=\"text-align: left;\"><strong>Der Architekturpreis Beton wird seit 1977 alle vier Jahre an \u201ezeitgen\u00f6ssische und inspirierende Betonarchitektur in der Schweiz und in Liechtenstein\u201c vergeben. Nebst dem eigentlichen Betonpreis, der 2017 an die Architektin Angela Deuber f\u00fcr ihr Schulhaus in Buechen\/Thal, Kanton St. Gallen ging, gibt es F\u00f6rderpreise und Anerkennungen f\u00fcr Architektinnen und Architekten, die sich innovativ mit dem Baustoff Beton auseinandersetzen. Eine dieser Anerkennungen erhielt das Z\u00fcrcher B\u00fcro Penzel Valier AG f\u00fcr die Sporthalle Weissenstein, Bern.<\/strong><\/h6>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1974 size-medium\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1000366-2-620x477.jpg\" alt=\"P1000366 (2)\" width=\"620\" height=\"477\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1000366-2-620x477.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1000366-2-300x231.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1000366-2-768x591.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1000366-2-940x724.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><br \/>\n&#8211; Bauherrschaft<br \/>\nDie Stadt Bern und die Gemeinde K\u00f6niz taten sich zusammen f\u00fcr den Bau einer neuen Sporthalle, die Trainingsplatz f\u00fcr verschiedene Nutzer bieten und f\u00fcr den Spitzenclub Volley K\u00f6niz Champions League-tauglich sein sollte. Entstanden ist ein sechsst\u00f6ckiger Komplex mit einer Wettkampfhalle f\u00fcr 2000 Zuschauer, einer Dreifach-Trainingshalle sowie Platz f\u00fcr kleinere Sportr\u00e4ume, einen Theorieraum, Garderoben, Duschen und Materialr\u00e4ume.<br \/>\n&#8211; Ausgangslage<br \/>\nAls Bauland diente eine ehemalige Schlammdeponie mit sch\u00fctzenswertem Amphibienvorkommen (dem entsprechend Sorge getragen wurde) im Umfeld eines Wohnquartiers, das nicht beschattet und keinem L\u00e4rm ausgesetzt werden sollte. Der gesamte Schlammaushub durfte nicht abgef\u00fchrt werden und wurde &#8211; mit Kalk vermischt \u2013 sp\u00e4ter wiederverwendet. Weil das Grundwasser von fr\u00fcher belastet war, war ein Wasserablauf tabu, was nach einer Schneeschmelze w\u00e4hrend des Baus zu einem Malheur f\u00fchrte: Wasser sammelte sich in der Hinterf\u00fcllung an, entw\u00e4sserte unkontrolliert und hob die Bodenplatten um 30 cm an. Doch auch dieses Problem liess sich l\u00f6sen, und der Boden senkte sich.<br \/>\nImmer wieder betonte Martin Valier den Kostendruck, unter dem das Projekt stand. \u201eEs resultierte leider eine Low-Budget-Halle, die zwar funktioniert, in der die Sportler als Nutzer aber einige r\u00e4umliche Kompromisse machen m\u00fcssen.\u201c Trotzdem lobte er den guten Dialog mit der Bauherrschaft.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1967 size-medium\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_1-620x463.jpg\" alt=\"Beton17_Weissenstein_1\" width=\"620\" height=\"463\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_1-620x463.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_1-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_1-768x574.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_1-940x702.jpg 940w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_1.jpg 1186w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><br \/>\n&#8211; Ein Projekt mit statischen Kunstgriffen<br \/>\nDie untere Wettkampfarena mit den seitlichen Zuschauertrib\u00fcnen wurde zwei Stockwerke tief in das Terrain eingegraben. Damit der \u201eFussabdruck\u201c m\u00f6glichst klein blieb, wurde die obere Trainingshalle 90\u00b0 quer dar\u00fcber gesetzt. An dieser Halle h\u00e4ngt alles untere. Die ganzen Lasten sind auf 4 St\u00fctzen verteilt, die 28 Meter tief in den Boden gerammt wurden. Die quer dazu verlaufenden vorgespannten Hauptdeckentr\u00e4ger der Wettkampfhalle weisen eine Spannweite von fast 70 Metern auf. Das Erdgeschoss \u201eschwebt\u201c komplett. Normalerweise baut man von unten nach oben \u2013 bei der Sporthalle Weissenstein mussten Hilfsst\u00fctzen errichtet werden, weil die Stabilisierung erst mit den oberen Stockwerken wirksam wurde. Wie bei einem hochkomplexen Mobile stehen alle Bauteile in einem statischen Wirkungszusammenhang. In der oberen Trainingshalle wird das Thema des Schwebens nochmals aufgenommen. Die dunkel lasierten, sichtbaren Betonst\u00fctzen tragen die oberen Geschosse quasi h\u00e4ngend, und die imposante Auskragung \u00fcber dem Eingang hat etwas Sph\u00e4risches. Von der hellen Lasur, die den Betonfassaden eine liebliche Leichtigkeit gibt, heben sich die dunkel lasierten Tragkonstruktionen deutlich ab. Die dunkle Farbe passt, denn trotz der Erkl\u00e4rungen von Martin Valier \u00fcber Spannseile, konische St\u00fctzen und weitere statische Kunstgriffe bleibt die ganze Tragkonstruktion \u2013 zumindest f\u00fcr den Laien \u2013 von aussen undurchschaubar und geheimnisvoll. Was dem ganzen Bau nat\u00fcrlich eine umso gr\u00f6ssere Genialit\u00e4t verleiht.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1969 size-medium\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_2-620x462.jpg\" alt=\"Beton17_Weissenstein_2\" width=\"620\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_2-620x462.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_2-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_2-768x573.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_2-940x701.jpg 940w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_2.jpg 1196w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><br \/>\n&#8211; Guter Dialog zwischen Fachleuten<br \/>\nMartin Valier \u00e4ussert sich sehr zufrieden \u00fcber die kompetente, fach\u00fcbergreifende Zusammenarbeit von Architekt, Ingenieur und Bauleiter. Es war \u2013 und ist \u2013 ihm wichtig, auf der Baustelle einen guten Dialog zu haben. Sie bauten mit grosser Sorgfalt, auch um Nachforderungen der Bauherrschaft zu verhindern. Trotzdem kam es kurz vor Er\u00f6ffnung der Sportanlage zu einem Zwischenfall: bei einem Test der Alarmanlage f\u00fcr Rauchgase reichte ein minimaler Unterdruck, um die gesamte Glasfassade einzureissen. Der Fehler lag nicht beim Architekturb\u00fcro und konnte denn auch behoben werden, trotzdem \u00e4ussert sich Valier nat\u00fcrlich erleichtert, dass niemand zu Schaden kam. Valier bedauert, dass auf dem freien Vordach mittlerweile bereits ein erg\u00e4nzendes Beachvolleyballfeld geplant ist \u2013 was dem Projekt eine ganz andere Wirkung verleihen wird. Er h\u00e4tte auch auf die von der Bauherrschaft geforderte Photovoltaikanlage auf dem Dach verzichtet und das Geld eher im Budget belassen f\u00fcr eine optimaleren Infrastruktur der Sporthalle, zumal er den Kosten-Nutzen-Aspekt der PV-Anlage eher ung\u00fcnstig einsch\u00e4tzt.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1971 size-medium\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_3-620x464.jpg\" alt=\"Beton17_Weissenstein_3\" width=\"620\" height=\"464\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_3-620x464.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_3-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_3-768x575.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_3-940x704.jpg 940w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Beton17_Weissenstein_3.jpg 1186w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><br \/>\nNach dem Referat und einer Fragerunde konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die einzelnen Beton-Projekte in der Ausstellung begutachten, weiter diskutieren und vielleicht ihren pers\u00f6nlichen Favoriten w\u00e4hlen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1976 size-medium\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1000376-1-620x465.jpg\" alt=\"P1000376 (1)\" width=\"620\" height=\"465\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1000376-1-620x465.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1000376-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1000376-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1000376-1-940x705.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\"><em><a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=1919\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ausstellung Architekturpreis Beton 17 in Schaffhausen &#8211; diverse Presseberichte<\/a><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin Valier, Bauingenieur bei Penzel Valier AG, Z\u00fcrich, kam zur Er\u00f6ffnung der von SCHARF im Kreuzgang des Museums zu Allerheiligen pr\u00e4sentierten Ausstellung \u201eArchitekturpreis Beton 17\u201c nach Schaffhausen. 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