{"id":2053,"date":"2018-01-12T12:40:44","date_gmt":"2018-01-12T12:40:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2053"},"modified":"2023-04-15T09:22:29","modified_gmt":"2023-04-15T09:22:29","slug":"queren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2053","title":{"rendered":"&#039;&#039;queren&#039;&#039;"},"content":{"rendered":"<p>Im Herbst 2016 besuchte ich die Architektur-Biennale in Venedig. Dabei \u00fcberraschte mich zu Beginn des langen und dicht gef\u00fcllten Arsenale-Ausstellungsgeb\u00e4udes ein Projekt mit unmittelbarem Schaffhauser-Bezug. Meine \u00dcberraschung wurde zudem noch gesteigert, als mich ein Architekt \u2013 wir kennen uns vom SCHARF \u2013 ansprach und aus meiner Vertiefung holte. Der frappante Bezug dieses Projekts zu Schaffhausen war ihm ebenso aufgefallen, sowie der sehr treffende Titel des mittels einer grossfl\u00e4chigen Computeranimation pr\u00e4sentierten Projekts.<br \/>\n<strong><em>PLANE DIE STADT, ENTDECKE DIE LANDSCHAFT <\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>CARPINTEIRA FUSSG\u00c4NGERBR\u00dcCKE, Covilh<\/em><\/strong><strong><em>\u00e3<\/em><\/strong><strong><em>, Portugal (2009)<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>Jo\u00e3o Luis Carrilho da Gra\u00e7a<\/em><\/strong><strong><em>, Architekt, Portugal<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>(la Biennale di Venezia 2015: Projektbeschrieb, \u00dcbersetzung aus dem Englischen)<\/em><\/strong><br \/>\n<em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2055 alignnone\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/bild1.jpg\" alt=\"bild1\" width=\"631\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/bild1.jpg 631w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/bild1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/bild1-620x413.jpg 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 631px) 100vw, 631px\" \/><\/em><br \/>\n<em>Ein Doppelspin definiert feinf\u00fchlig die lineare horizontale Form der Br\u00fccke, die sich etwa 220 m senkrecht \u00fcber dem Tal erstreckt. <\/em><em>Photography \u00a9<\/em><em><a href=\"http:\/\/ultimasreportagens.com\/\"> fg+sg &#8211; fotografia de arquitectura<br \/>\n<\/a><\/em><br \/>\n<strong><em>Das Aushandeln von generischer Infrastrukturlogik mit bestimmten lokalen Werten. <strong><em>Das Design von Infrastruktur gehorcht normalerweise der internen Logik von Effizienz, Widerstand und Wirtschaftlichkeit, die, abgesehen von kleinen Nuancen, dazu tendieren, f\u00fcr jede Anforderung und jeden Ort gleich zu sein. <\/em><\/strong><strong><em>Mit fortschreitender Technologie wird die Durchl\u00e4ssigkeit und Anpassung der Infrastruktur an spezifische lokale Bedingungen reduziert: Je effizienter, desto globaler die Infrastruktur.<\/em><\/strong> <strong><em>Die Wertsch\u00e4tzung des Erbes (in diesem Fall Landschaft) unterliegt einem umgekehrten Regelwerk f\u00fcr den Bau der Infrastruktur. <\/em><\/strong><strong><em>Es geht darum, Wurzeln zu schlagen und sich auf die spezifischen und weniger greifbaren Bedingungen des Ortes einzustellen, vielleicht sogar zu ignorieren und auf die Kriterien von Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu verzichten. <strong><em>Gibt es zwischen diesen beiden gespannten Logiken Raum f\u00fcr einen koh\u00e4renten Betrieb? <\/em><\/strong><strong><em>Dies ist Carrilho da Gra\u00e7as Kampf in Covilh<\/em><\/strong><strong><em>\u00e3<\/em><\/strong><strong><em>, Portugal. Wie kann eine Br\u00fccke &#8211; die Definition von Infrastruktur &#8211; zu einem Beitrag zur Landschaft werden, ohne Effizienz zu opfern?<\/em><\/strong> <strong><em>Die Kommission entstand aus einem gew\u00f6hnlichen Problem, einer Grundnotwendigkeit (Verbindung zweier Nachbarschaften), die aufgrund der spezifischen Bedingungen der Topographie technische Komplexit\u00e4t erlangte (eine bergige Stadt mit schwierigem Gel\u00e4nde).<\/em><\/strong> <strong><em>Auf den ersten Blick schien es nichts anderes als ein technisches Problem zu sein.<\/em><\/strong> <strong><em>Der Hintergrund f\u00fcr diese Operation ist jedoch ein Kontext mit fragmentiertem st\u00e4dtischem Wachstum, das zu einer Diskrepanz zwischen Zentrum und Peripherie einerseits und Stadt und Region andererseits gef\u00fchrt hat <\/em><\/strong><strong><em>und Landschaft auf der anderen, letztlich die Identit\u00e4t des Ortes bedrohend.<\/em><\/strong><\/em><\/strong><\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>In der Antwort von Carrilho da Gra\u00e7a folgt der Entwurfsprozess nicht ausschlie\u00dflich den Gesetzen der Technik, obwohl sie nicht widersprochen oder ignoriert werden. <\/em><\/strong><strong><em>An einem bestimmten Punkt verzweigt er sich vom rein linearen Prozess der Technik und macht einen Schritt zur totalen formalen Abstraktion und sogar zur Metaphysik. <\/em><\/strong><strong><em>Ausgehend von einem &#171;allt\u00e4glichen&#187; Problem verfeinert er den Vorschlag bis zu einem Punkt, an dem er eine immaterielle Dimension annimmt und eine poetische Qualit\u00e4t erreicht.<\/em><\/strong><strong><em> Er verwandelt eine gew\u00f6hnliche Handlung in eine dauerhafte Verbindung mit der Landschaft und st\u00e4rkt die Identit\u00e4t des Ortes.<\/em><\/strong><br \/>\n<em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2056 alignnone\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/bild2.jpg\" alt=\"bild2\" width=\"598\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/bild2.jpg 598w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/bild2-300x211.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><\/em><br \/>\n<em><em>Br\u00fcckenpark G\u00fcterbahnhof: Erran Pan, Lukas Graf, Serena Lo Priore, Thorben Westerhuys. <em><em><em>ETH Z\u00fcrich, Entwurfstudio Professur f\u00fcr Architektur und St\u00e4dtebau, Prof. Ir. Kees Christiaanse, Eirini Kasioumi, Michael Wagner 2015<\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><br \/>\n<em><em>Obwohl Schaffhausen \u2013 im Gegensatz zu Covilha &#8211; nicht am Hang situiert ist, werden Sie meinen \u201aheimatlichen Bezug\u2019 sicher leicht erkannt haben. Schaffhausen &#8211; die Altstadt, begrenzt durch vier H\u00fcgel und den Rhein, und durchzogen von drei T\u00e4lern &#8211; gliedert unsere Stadt deutlich in zwei Funktionsebenen: In der Stadt und in den T\u00e4lern \u201aunten\u2019 sind der Handel und die Arbeit \u2013 in den Quartieren und auf den Ebenen \u201aoben\u2019 wird gewohnt. Noch heute zeugen direkte Verbindungen (Stiegen) von den Wohnquartieren Breite, Geissberg, Niklausen, Emmersberg und den Fabriken in den T\u00e4lern und in der Stadt von den damaligen Funktionswegen der Schaffhauser Bev\u00f6lkerung.<br \/>\nWas&#8230; w\u00e4re, wenn \u2013 der Zeit entsprechend \u2013 zuk\u00fcnftige Funktionswege ebenso direkt (Br\u00fccken) die durch die T\u00e4ler getrennten Quartiere auf der oberen Funktionsebene verbinden w\u00fcrden?<br \/>\nSpruchreif und auch aktuell wieder in den Fokus gestellt, ist das Duraduct-Projekt \u00fcbers und ins M\u00fchlental. Anl\u00e4sslich des Entwurfsstudios im Fr\u00fchlingssemester 2015 an der ETH Z\u00fcrich haben zudem Studierende und Dozenten des Lehrstuhls von Prof. Ir. Kees Christiaanse das Schaffhauser Fulachtal analysiert. Unter dem Titel \u201aSchaffhausen weiterbauen\u2019 -&gt; Br\u00fcckenschlag hat eine Gruppe angehender Architekten vision\u00e4r auch die Querung des Fulachtales vorgeschlagen.<br \/>\n<\/em><\/em><br \/>\nHeute kann jeder zu Fuss die Wege und Orte solch geeigneter Standorte abschreiten. Nat\u00fcrlich, typisch f\u00fcr Schaffhausen, immer die Stiegen hinab und wieder hinauf. Wie lange noch?<strong><em><br \/>\n<\/em><\/strong><br \/>\nF\u00fcr den Vorstand: Christian W\u00e4ckerlin, Pr\u00e4sident SCHARF<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong><em>Links:<br \/>\n<\/em><\/strong><em><span style=\"text-decoration: underline;\"><em><a href=\"http:\/\/www.simplicitylove.com\/2014\/01\/pedestrian-bridge-ribeira-da.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Carpinteira Fussg\u00e4ngerbr\u00fccke<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/jlcg.pt\/covilha\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">carrilho da graca architectos_ Fussg\u00e4ngerbr\u00fccke<\/a><br \/>\n<\/em><\/span><\/em><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Herbst 2016 besuchte ich die Architektur-Biennale in Venedig. Dabei \u00fcberraschte mich zu Beginn des langen und dicht gef\u00fcllten Arsenale-Ausstellungsgeb\u00e4udes ein Projekt mit unmittelbarem Schaffhauser-Bezug. 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