{"id":2111,"date":"2018-05-01T08:00:40","date_gmt":"2018-05-01T08:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2111"},"modified":"2018-05-01T08:00:40","modified_gmt":"2018-05-01T08:00:40","slug":"leerstehende-knautschzonen-chance-erdgeschoss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2111","title":{"rendered":"Leerstehende Knautschzonen: Chance Erdgeschoss"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bericht \u00fcber die Generalversammlung des SCHARF 2018<\/strong><br \/>\nRund 50 G\u00e4ste nehmen jeweils Platz, essen, trinken, plaudern oder diskutieren scharf. \u00dcber Architektur, Gott und die Welt. Die lange Tafel ist das legend\u00e4re Herz der SCHARF-Generalversammlungen. Tische, St\u00fchle, eine \u00abPop-up-M\u00f6blierung\u00bb, die eigens f\u00fcr die GV-Abende aufgebaut wird. Diesmal im Erdgeschoss zum Weissen Wind, einem Altstadthaus an der Oberstadt 13. Der Raum, ein schmaler Schlauch, ist ein perfektes Ambiente f\u00fcr die lange Tafel. Doch was f\u00fcr einen Abend verzaubert, \u00fcberzeugt offenbar als Gesch\u00e4ftsraum weniger. Wo lange Jahrzehnte die Papeterie Feurer schreibfreudige Stadtbewohnerinnen und -bewohner mit N\u00f6tigem und Sch\u00f6nem versorgte, herrscht n\u00e4mlich seit einigen Monaten g\u00e4hnende Leere.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2131 size-full\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/c_h_erdgeschoss.jpg\" alt=\"c_h_erdgeschoss\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/c_h_erdgeschoss.jpg 600w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/c_h_erdgeschoss-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><br \/>\n<strong>Dramatische Situation<br \/>\n<\/strong>Wer durch Schaffhausens Altstadt streift, realisiert: Solche Leerst\u00e4nde haben in erschreckendem Ausmass zugenommen. Abseits der belebtesten Achsen warten Dutzende fr\u00fcherer Ladenlokale auf neue Nutzer. Das Schaffhauser Architekturforum hat das Thema deshalb ganz oben auf seine Agenda gesetzt. \u00abDie Situation ist dramatisch\u00bb, sagt SCHARF-Pr\u00e4sident Christian W\u00e4ckerlin an der Generalversammlung. Das \u00absch\u00f6nste Einkaufszentrum der Region\u00bb, wie die Schaffhauser Altstadt oft benannt wird, erodiert angesichts von Einkaufstourismus und Onlinehandel rasch. Was ist zu tun?<br \/>\n\u00abEs ist menschlich, dass wir Ver\u00e4nderungen des Gewohnten nicht gern sehen\u00bb, sagt W\u00e4ckerlin. \u00abDoch St\u00e4dte ver\u00e4ndern sich laufend. Da ist Stillstand keine L\u00f6sung\u00bb. Die Ver\u00e4nderungen auf Schaffhausens Parterre-Ebene haben jedoch weniger mit Bauen, als mit gesellschaftlichem Wandel zu tun. \u00abSt\u00e4dte leben immer von der Wechselwirkung von \u00f6ffentlichem Raum und privatem Lebensraum. Stadtentwicklung dreht sich um diese zwei Pole\u00bb, erl\u00e4utert W\u00e4ckerlin. Und in diesem Zusammenhang sind Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume besonders interessant, denn sie sind Knautschzonen, wo sich \u00f6ffentlicher und privater Raum verzahnen.<br \/>\n<strong> Pop-ups: Wegweisende Zeitfenster?<br \/>\n<\/strong>\u00ab200 Quadratmeter f\u00fcr Ihre Ideen &amp; Tr\u00e4ume\u00bb: Das Schild \u00fcber dem Eingang der fr\u00fcheren Papeterie an der Oberstadt ist ein Aufruf gegen die Resignation. Doch wie entstehen neue Ideen, wie lassen Sie sich durchsetzen? Eine M\u00f6glichkeit dazu sind tempor\u00e4re Zwischennutzungen, die wie Pop-ups auf dem Computerbildschirm aufspringen, die Benutzeroberfl\u00e4che bedecken und wieder verschwinden.<br \/>\nZwei Vertreter der Pop-up-Szene erz\u00e4hlten von Ihren Erfahrungen: Simon Vogel, der als Mitinitiator von Stars in Town und Bockalp den Herrenacker neu bespielt, sowie Patrick Schindler, der sich in der Pop-up-Gastronomie einen Namen gemacht hat. Bockalp vermengt heimwehselige bayerische Alpklischees wild mit welscher Fonduekultur. \u00abDas zieht, denn die Leute wollen f\u00fcr ein paar Stunden abschalten und in einen Ort eintauchen, der eine Geschichte erz\u00e4hlt\u00bb, sagt Vogel. Und warum, so W\u00e4ckerlin, wagt man sich nicht an ein zeit- und ortsgem\u00e4sseres Implantat? \u201eEs gibt Bestrebungen, k\u00fcnftig in diese Richtung zu gehen\u201c, meinte Vogel. Das sei aber eine \u00abwahnsinnige Knacknuss\u00bb.<br \/>\nPatrick Schindler hat einen finanziell weniger risikoreichen Weg gew\u00e4hlt: Er betreibt Pop-up-Restaurants, haupts\u00e4chlich in Z\u00fcrich. \u00abBei einer tempor\u00e4ren Nutzung gelten weniger strenge Auflagen als sonst in der Gastronomie. So k\u00f6nnen wir Experimente wagen ohne grosse Investitionen\u00bb. Beim jungen urbanen Publikum steigere das vorprogrammierte Ende dabei den Erlebnisfaktor.<br \/>\n<strong>Es geht um das Funktionieren des Stadtlebens<br \/>\n<\/strong>Wichtig f\u00fcr den Erlebnisfaktor ist laut W\u00e4ckerlin aber vor allem, wie man mit Lokalen und Pl\u00e4tzen umgeht. Richtungsweisend wirken Pop-ups n\u00e4mlich dann, wenn sie dazu beitragen, dass das Stadtleben gut funktioniert. St\u00e4dte m\u00fcssen attraktive, identit\u00e4tsstiftende Orte sein, die Menschen gern besuchen, wo sie auch leben und arbeiten wollen. Die Zunahme leerstehender Ladenlokale deutet in Schaffhausen in die Gegenrichtung. Trotzdem wurde bisher erst zaghaft \u00fcber m\u00f6gliche L\u00f6sungen diskutiert.<br \/>\nEine davon ist die Idee von Vermittlungsplattformen, wie sie in Z\u00fcrich bereits existieren und Anwendung finden: wie bei Partnervermittlungen werden Suchende aus beiden Lagern verkuppelt, d.h. Leerstand-Raumanbieter finden Pop-up-Aktivisten. Auch da braucht es \u201eK\u00fcmmerer\u201c und den mutigen ersten Schritt zum Risiko.<br \/>\nDeshalb hat SCHARF einen breiten Diskurs zur Leerstandsproblematik in der Altstadt angestossen und fragt: Was war, was ist und was w\u00e4re, wenn&#8230; ? \u00abMit Pop-ups k\u00f6nnen wir Ver\u00e4nderungen anstossen, tempor\u00e4r aber auch verlangsamen. Das schafft Zeit zum \u00dcberlegen und Abw\u00e4gen neuer Ideen, f\u00fcr Vernehmlassungs- und Planungsprozesse und f\u00fcr die Vermittlung des Neuen, das an die Stelle des Alten treten soll\u00bb, sagt W\u00e4ckerlin. Zeit, die aber genutzt werden muss &#8211; von den Einwohnern, von Hausbesitzern, von den Stadtbeh\u00f6rden und der Politik.<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\"><em>Link: SCHARF-GV 2018<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht \u00fcber die Generalversammlung des SCHARF 2018 Rund 50 G\u00e4ste nehmen jeweils Platz, essen, trinken, plaudern oder diskutieren scharf. \u00dcber Architektur, Gott und die Welt. Die lange Tafel ist das legend\u00e4re Herz der SCHARF-Generalversammlungen. 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