{"id":2178,"date":"2018-06-20T10:02:34","date_gmt":"2018-06-20T10:02:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2178"},"modified":"2018-06-20T10:02:34","modified_gmt":"2018-06-20T10:02:34","slug":"positives-denken-fuer-zum-moeglichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2178","title":{"rendered":"Positives Denken f\u00fchrt zum M\u00f6glichen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Genossenschaftliche Wohnprojekte im SCHARF-Fokus<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 14pt;\"> <strong>\u00abPositives Denken f\u00fchrt zum M\u00f6glichen\u00bb<\/strong><\/span><br \/>\nKeine Frage, der genossenschaftliche Wohnungsbau bewegt auch Schaffhausen. Gut 50 Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer kamen in den Fasskeller \u2013 ins Herz der Schaffhauser Genossenschaften &#8211; zu Referaten von Susanne Rebsamen von der Berner Genossenschaft Warmb\u00e4chli und Jonathan Kischkel vom \u00abProjekt Zollhaus\u00bb in Z\u00fcrich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2171 size-medium\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi1-1-620x433.jpg\" alt=\"bi1\" width=\"620\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi1-1-620x433.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi1-1-300x210.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi1-1.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><span style=\"font-size: 8pt;\">Andres B\u00e4chtold: Einrichten der Leinwand oder Pfl\u00f6cke einschlagen f\u00fcr eine bunte Vielfalt an Wohnformen?<\/span><\/p>\n<p>Andres B\u00e4chtold, Vorstandsmitglied bei SCHARF und bei Genossenschaftsthemen seit Jahren an vorderster Front, legte in seiner Einf\u00fchrung dar, wie sich das genossenschaftliche Bauen meist gleichzeitig um mehrere Themen dreht: Wohnformen, Formen des Zusammenlebens, Qualit\u00e4t im verdichteten Bauen und des Aussenraums, sowie den respektvollen Umgang mit Ressourcen, Mobilit\u00e4t, Quartierversorgung, Wohnen und Arbeiten. Die beiden pr\u00e4sentierten Projekte setzten diese Themen hervorragend um und haben einiges gemeinsam. Beide starteten 2013 und planen den Bezug auf 2020. Beinahe 200 Menschen werden in den Projekten Wohnraum finden, die mit den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft \u00fcbereinstimmen. In beiden Projekten sind zudem soziale Durchmischung und Raum f\u00fcr Gewerbe wichtige Kriterien.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2172 size-medium\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi2-1-620x437.jpg\" alt=\"bi2\" width=\"620\" height=\"437\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi2-1-620x437.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi2-1-300x211.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi2-1.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><span style=\"font-size: 8pt;\">Referentin Susanne Rebsamen und Referent Jonathan Kischkel im Gespr\u00e4ch mit Andres B\u00e4chtold<\/span><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 14pt;\">Ambitionierter Zeitplan in der Genossenschaft &#171;Warmb\u00e4chli&#187; Bern<\/span><\/strong><br \/>\nAls \u00abdie kleine Schwester der Kalkbreite\u00bb stellte die in Schaffhausen aufgewachsene Susanne Rebsamen, Gr\u00fcndungs- und Vorstandsmitglied des \u00abWarmb\u00e4chli\u00bb, bescheiden ihre Genossenschaft vor: \u00abWir waren anfangs ein junger, naiver Haufen\u00bb. Ihnen sei wichtig gewesen, Zeit zu haben, um sich zu organisieren und sich mit ihren Werten auseinanderzusetzen. Nach ersten Treffen folgte 2013 die Genossenschaftsgr\u00fcndung. Momentan z\u00e4hlt die Genossenschaft 260 Mitglieder im Alter von 20 bis 60 Jahren. Das Leitbild beschreibt eine Hausgemeinschaft mit unterschiedlichen Generationen, Lebens- und Wohnformen, Pflege der Gemeinschaft, mit m\u00f6glichst g\u00fcnstigen Mieten und Umweltfreundlichkeit. Ein Ziel ist, vernetzter Teil des Quartiers zu werden. Baubeginn ist 2019 und 2020 sollen die ersten Bewohner einziehen. \u00abEin ambitionierter Zeitplan\u00bb, r\u00e4umt Rebsamen ein.<br \/>\nDie Wohnungsnot in Bern ist gross. Mit acht Prozenten genossenschaftlichem Wohnanteil ist man noch weit entfernt von Z\u00fcrcher Verh\u00e4ltnissen. Das erkl\u00e4rte Ziel der Stadt ist jedoch \u2013 wenn auch politisch noch nicht verankert \u2013, k\u00fcnftig bis zu einem Drittel aller neu erstellten Wohnungen gemeinn\u00fctzig \u2013 prim\u00e4r genossenschaftlich \u2013 zu realisieren. Das Areal \u00abWarmb\u00e4chli\u00bb ist Berns letztes innerst\u00e4dtisches Entwicklungsgebiet. Das Land wurde im Baurecht erworben. Geplant sind hier sechs Geb\u00e4ude, errichtet von verschiedenen genossenschaftlichen Bautr\u00e4gern. Die gemeinsamen Belange regelt eine \u00fcbergeordnete Genossenschaft.<br \/>\n<strong>Industrieller Charme<br \/>\n<\/strong>Das Warmb\u00e4chli-Geb\u00e4ude ist ein ehemaliges Lagerhaus der Chocolat Tobler aus den Jahren 1965\/66, mit industriellem Charme und einer Grundfl\u00e4che von 74 x 40 Meter. Auf das bestehende Geb\u00e4ude werden drei Wohnebenen aufgestockt, \u00fcber allem thront ein Dachgarten.<br \/>\nDie Genossenschaft w\u00e4hlte f\u00fcr die Umsetzung ihres Projekts die Gewinner des st\u00e4dtebaulichen Wettbewerbs, das B\u00fcro BHSF-Architekten. Die Herausforderungen sind zahlreich: Zum Beispiel die Raumh\u00f6hen: 4.70 Meter im Unter- und 3.80 Meter in den Obergeschossen sind zu hoch f\u00fcr ein Einzel-, aber nicht hoch genug f\u00fcr ein Doppelgeschoss. Einbauten, beispielsweise Schlafgalerien, sollen nun die bescheidene Raumfl\u00e4che von 35 m2 pro Person optimieren.<br \/>\nGeplant sind elf Wohnungstypen mit unterschiedlicher Gr\u00f6sse: Von der kleinen Einzimmerwohnungen bis zu Raumfl\u00e4chen f\u00fcr 10 bis 20 Personen, die von den k\u00fcnftigen Nutzern selbstbestimmt ausgebaut werden. Total entsteht Platz f\u00fcr 200 Personen. Die Parkplatzzahl ist beschr\u00e4nkt, viel Wert wird dagegen auf eine gute Veloerschliessung und Platz f\u00fcr Kinderwagen gelegt.<br \/>\nEin Drittel des Geb\u00e4udes ist allerdings als Wohnraum ungeeignet. Dort soll ein Nutzungsmix mit sozialen und kulturellen Einrichtungen sowie Kleingewerbe die Hausgemeinschaft sinnvoll erg\u00e4nzen und die Vernetzung im Quartier f\u00f6rdern. So wird es im Warmb\u00e4chli k\u00fcnftig auch Gemeinschaftsraum geben f\u00fcr alle 600 bis 800 auf dem Areal ans\u00e4ssigen Personen. Die Gemeinschaftsr\u00e4ume sind gem\u00e4ss Susanne Rebsamen ein grosses Diskussionsthema: \u00abGemeinschaftsk\u00fcche, Dachgarten, G\u00e4stezimmer, Platz f\u00fcr alle auf dem Areal \u2026 Der Wunschzettel schrumpft mit den Erfahrungen.\u00bb<br \/>\nDie gesamten Anlagekosten von 42 Mio. Franken verteilen sich auf Eigenkapital (Anteilscheine, Beitr\u00e4ge Stadt an Silor\u00fcckbau) 3.3 Mio, Eigenmittel (Darlehen Privatpersonen, Stiftungen, Stadt) 3 Mio., Instrumente gemeinn\u00fctziger Wohnungsbau 6 Mio. Das ben\u00f6tigte Fremdkapital betr\u00e4gt folglich 29 Mio. Franken (70.9%). Das Pflichtanteilskapital k\u00fcnftiger Bewohner betr\u00e4gt 20\u2019000 bis 30&#8217;000 Franken. Solidarit\u00e4tsinstrumente f\u00fcr Leute, die einen solch stolzen Betrag selbst nicht aufbringen k\u00f6nnen, sind eingeplant.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Genossenschaft Kalkbreite Z\u00fcrich: Experimentierfeld \u00abZollhaus\u00bb<\/span><\/strong><br \/>\nBeim zweiten Vorhaben illustrierte Jonathan Kischkel, Vorstandsmitglied der Z\u00fcrcher Genossenschaft \u00abKalkbreite\u00bb, welche H\u00fcrden seit 2013 bis zum k\u00fcrzlichen Spatenstich das zentral gelegene Projekt \u00abZollhaus\u00bb zu nehmen hatte. Obwohl die Ausschreibung auf dem SBB-Areal bei der Unterf\u00fchrung Langstrasse zu einem ausgesprochen ung\u00fcnstigen Zeitpunkt kam, habe sich der Vorstand mehrheitlich f\u00fcr eine Bewerbung ausgesprochen, erinnert sich Kischkel. Aufgrund ihrer grossen Erfahrung und des \u00fcberzeugenden Konzepts erhielt die \u00abKalkbreite\u00bb schliesslich den Zuschlag.<br \/>\nFinanziell bewegt sich auch das \u00abZollhaus\u00bb in hohen Sph\u00e4ren. Allein f\u00fcr die 5000 Quadratmeter Land von den SBB und der Stadt Z\u00fcrich waren 21 Millionen Franken f\u00e4llig. Hinzu kommen Baukosten von 54 Millionen Franken f\u00fcr das drei Geb\u00e4ude umfassende Ensemble. Aus Schaffhauser Perspektive astronomische Summen. Entstehen sollen Wohnraum f\u00fcr 175 Menschen und ebenso viele Arbeitspl\u00e4tze.<br \/>\n<strong>\u00abDas Feigenblatt der SBB\u00bb<br \/>\n<\/strong>Die \u00dcberbauung liegt auf dem freigespielten Gleisareal der SBB, mit der in Z\u00fcrich die innerst\u00e4dtische Entwicklung forciert werden soll. Der Hauptteil der riesigen Fl\u00e4che geht an kommerzielle Unternehmen. \u00abWir sind auf diesem Areal lediglich das soziale Feigenblatt der SBB\u00bb, erkl\u00e4rt Kischkel salopp.<br \/>\n\u00abMit einem vielf\u00e4ltigen Raumangebot f\u00fcr Wohnen, Arbeiten, Kultur und Gemeinschaft entsteht im &lt;Zollhaus&gt; ein lebendiger Ort, der den Bed\u00fcrfnissen des Quartiers entspricht und neue Visionen des Zusammenlebens umsetzt.\u00bb,umschreibt die Bauherrschaft ihre Ziele.Jonathan Kischkel brachte in seiner Pr\u00e4sentation aber auch Aspekte zur Sprache, die in der Stadtz\u00fcrcher Politik rund um den genossenschaftlichen Wohnbau polarisieren. Der Vorwurf, diese Wohnungen w\u00fcrden vor allem Gutverdienenden aus dem links-alternativen Kreis zugute kommen, steht permanent im Raum. Ein Vorwurf, den Kischkel relativiert: \u00abEs sind eben oft alternativ gesinnte Menschen, die eine Affinit\u00e4t zu innovativen Wohnformen haben.\u00bb<br \/>\n<strong>\u00abMolekulares Wohnen\u00bb<br \/>\n<\/strong>Neue Wohnformen sind es tats\u00e4chlich, die die Tr\u00e4gerschaft im Zollhaus entwickeln will. Da ist beispielsweise die Rede von bewirtschafteten D\u00e4chern und vom \u00abHallenwohnen\u00bb. Zweites beinhaltet zwei hohe R\u00e4ume mit je 300 Quadratmetern Grundfl\u00e4che, die wie beim \u00abWarmb\u00e4chli\u00bb von der Mieterschaft selbst ausgebaut werden sollen. Dabei k\u00f6nnte unter dem Schlagwort \u00abmolekulares Wohnen\u00bb beispielsweise die Frage stehen, ob \u00fcberhaupt jede Gruppe eine eigene K\u00fcche brauche oder ob diese und andere Funktionen nicht gemeinschaftlich gel\u00f6st werden.<br \/>\nEines der Kernziele f\u00fcr das \u00abZollhaus\u00bb ist die gute soziale Durchmischung. Trotz der zentralen Lage und der hohen Investitionskosten sollen alle Bev\u00f6lkerungsschichten Zugang haben. Zum medialen Thema wurde die Frage nach den Auswahlkriterien, welche die Genossenschaft so definiert: \u00abBei der Vermietung der Wohnungen strebt die Genossenschaft eine m\u00f6glichst hohe Vielfalt bez\u00fcglich Alter, Bildungsstand, Einkommen\/Verm\u00f6gen, Herkunft, sexueller Orientierung, etc an.\u00bb Dem medialen Bed\u00fcrfnis nach K\u00fcrze folgend, titelte daraufhin der \u00abTages Anzeiger\u00bb: \u00abAusl\u00e4nder, schwul und alleinerziehend\u00bb, der \u00abBlick\u00bb folgte mit \u00abGesucht: Mieter, homosexuell, Ausl\u00e4nder\u00bb.<br \/>\nNeben spannenden baulichen und architektonischen Aspekten interessierten in der Schlussrunde vor allem pragmatische Fragen. Wie einfach ist es heute noch, gewerbliche Mieter zu finden? Werden Wohnungen f\u00fcr sozial Schw\u00e4chere quersubventioniert? Kann eine \u00dcberbauung wirklich autofrei sein? \u00abDas positive Denken der Macher f\u00fchrt zum M\u00f6glichen\u00bb, fasste Jonathan Kischkel die Ausf\u00fchrungen dazu schliesslich treffend zusammen.<br \/>\n<strong>Und Schaffhausen?<br \/>\n<\/strong>\u00abSchaffhausen hat gen\u00fcgend Potenzial f\u00fcr den genossenschaftlichen Wohnungsbau. Aber hier ist doch vieles anders als in Bern oder Z\u00fcrich\u00bb, zog Scharf-Pr\u00e4sident Christian W\u00e4ckerlin ein Fazit. Es gebe hier weiterhin Entwicklungsgebiete, die man jedoch bespielen m\u00fcsste. Die Veranstaltung war nicht zuletzt deshalb ermutigend, weil sie M\u00f6glichkeiten aufzeigte, wie die Zukunft des Wohnens vielleicht auch einmal in der Kleinstadt n\u00f6rdlich des Rheins aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2173 size-medium\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi3-620x349.jpg\" alt=\"bi3\" width=\"620\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi3-620x349.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi3-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/bi3.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><span style=\"font-size: 8pt;\">Das Schaffhauser Publikum erschien zahlreich<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.warmbaechli.ch\/\">https:\/\/www.warmbaechli.ch\/<br \/>\n<\/a><a href=\"https:\/\/www.kalkbreite.net\/\">https:\/\/www.kalkbreite.net<\/a><br \/>\n<em><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2149\">Link zur Veranstaltung<\/a><\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genossenschaftliche Wohnprojekte im SCHARF-Fokus \u00abPositives Denken f\u00fchrt zum M\u00f6glichen\u00bb Keine Frage, der genossenschaftliche Wohnungsbau bewegt auch Schaffhausen. 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