{"id":2295,"date":"2019-01-23T17:30:31","date_gmt":"2019-01-23T16:30:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2295"},"modified":"2023-04-15T09:18:18","modified_gmt":"2023-04-15T09:18:18","slug":"architekten-braucht-es-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2295","title":{"rendered":"\u201eArchitekten braucht es nicht!\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>ARCHITEKTEN BRAUCHT ES NICHT!<\/strong><br \/>\n<strong>NICHT, ES BRAUCHT ARCHITEKTEN?<\/strong><br \/>\n<strong>ES BRAUCHT NICHT ARCHITEKTEN!<\/strong><br \/>\n<strong>BRAUCHT ES NICHT ARCHITEKTEN?<\/strong><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2294\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild1.jpg\" alt=\"bild1\" width=\"1063\" height=\"706\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild1.jpg 1063w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild1-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild1-620x412.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild1-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild1-940x624.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><br \/>\nArbeit, die Architektinnen und Architekten t\u00e4glich leisten &#8211; genauer, solche, die bewusst und \u00fcberzeugt mehr leisten, als f\u00fcr Kunden nur freigebliebene Fl\u00e4chen zu \u00fcberbauen &#8211; wird verst\u00e4rkt offen hinterfragt. Die \u00fcberzeugt verbreitete Haltung, dass man als Bauherr auch bewusst ohne Architekt bauen kann, wird in einigen Kreisen erstaunlich salonf\u00e4hig. Der Architekt als Vertreter und Berater des Bauherrn, der mit hohem Fachwissen die Interessen des Bestellers mit dem Verst\u00e4ndnis seines Berufs und dem \u00f6rtlichen Kontext r\u00e4umlich vernetzt, wird aktuell bei Bauvorhaben immer \u00f6fters eingespart oder bewusst ausgeklammert.<br \/>\nAn seine Stelle treten Beraterfirmen, die dem Bauherrn ein vermeintlich klar formuliertes Gesamtpacket offerieren, ihn bequem von seiner zwingend notwendigen Denkarbeit entlasten und noch vieles mehr dazu managen.<br \/>\nDie klassische Architektur-Leistung als Kernkompetenz f\u00fcr Qualit\u00e4t, verkn\u00fcpft mit der Verpflichtung zur Baukultur, verkommt zur beliebigen Geschmacksache und wird im pragmatischen Prozess als \u00fcberfl\u00fcssiger Aufwand deklariert und auch so vermittelt.<br \/>\nWenn sich nun diese Tendenz immer h\u00e4ufiger auch in Ausschreibungen der \u00f6ffentlichen Hand f\u00fcr grosse anstehende Ver\u00e4nderungsprozesse durchsetzt, resultiert ein nicht offenes, wettbewerbs\u00e4hnliches und vorgeschaltetes Bewerbungsverfahren, welches der Auslober &#8211; meistens in akuter Zeit- und Finanznot &#8211; politisch naheliegend begr\u00fcndet. Die Folgen sind herunterpolitisierte Planungs- und Baubudgets, die nur auf dem Papier kurzfristige Einsparungen bringen. Dem Nutzer wird bei der Inbetriebnahme seines Geb\u00e4udes die &#171;Architektonische Qualit\u00e4t&#187; &#8211; das was als Mehrwert fehlt &#8211; erst wirklich verst\u00e4ndlich, wenn er sie an jeder Ecke schmerzlich vermisst.<br \/>\nSeit l\u00e4ngerem monieren wir vom SCHARF diesen Wertezerfall in der Prozesskultur \u00f6ffentlicher Ausschreibungen. Der offene Architekturwettbewerb als \u00fcberzeugende Methode mit Mehrwert hinsichtlich einer transparenten Prozessabwicklung und gleichzeitig auch als eine wichtige Vermittlungsaufgabe der \u00f6ffentlichen Hand, muss dringend wieder selbstverst\u00e4ndlich werden.<br \/>\nK\u00fcrzlich wurde ich in dieser Thematik auf einen Artikel aufmerksam, in dem Architekt DI Heinz Pl\u00f6derl in der Steiermark dieses Unbehagen bereits im Juli 2017 in einem eindr\u00fccklich klaren und scharfen Appell f\u00fcr offene Architekturwettbewerbe formuliert hat. Ich empfehle Ihnen diesen Artikel in meinem Editorial als Intermezzo bevor ich schliesse.<br \/>\nganzer Artikel: <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.gat.st\/news\/offene-architekturwettbewerbe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.gat.st\/news\/offene-architekturwettbewerbe<\/a><\/span><br \/>\n<strong><em>OFFENE ARCHITEKTURWETTBEWERBE \u2013 <\/em><\/strong><em>eine Chance f\u00fcr unsere ZUKUNFT ?<\/em><br \/>\nSolche streng pragmatische Verfahren werden sich zuk\u00fcnftig auch in unserer Region mit gr\u00f6sserer Distanz zu Z\u00fcrich mehren. Eine bisher auch bei uns selbstverst\u00e4ndliche, architektonische Kompetenz wird in den verwirtschaftlichten Prozessen der Besteller wegrationalisiert.<br \/>\nFazit:<br \/>\nKompetente Architekten sind in solchen Aufgaben zunehmend eine ungefragte, artfremde, unerw\u00fcnschte und l\u00e4ngerfristig randst\u00e4ndige Berufsgattung.<br \/>\nAusser sie wechseln das Lager, mischen sich darunter und viel st\u00e4rker auch wieder ein.<br \/>\nProzessabl\u00e4ufe hinsichtlich st\u00e4dtebaulicher und architektonischer Qualit\u00e4t brauchen in allen Entscheidungsebenen kompetente K\u00fcmmerer, die nie m\u00fcde werden, ihr Fachverst\u00e4ndnis &#8211; besonders in solch vakuumierten Planungsprozessen &#8211; wieder zu implementieren. Ein kompetentes Teilnehmerfeld f\u00fcr einen Projektwettbewerb generiert man mit einem weitsichtigen Wettbewerbsprogramm, einer klaren Vorstellung zu dem, was man als Besteller will und einer kompetent aufgestellten Fachjury. Dass solche Konkurenzverfahren, \u00fcberdurchschnittliche Resultate generieren, die vergleichbar sind und aus denen das \u00dcberzeugendste einzigartig direkt vermittelt und kommuniziert werden kann, ist schon lange bekannt.<br \/>\nSowohl die \u00f6ffentliche Hand als auch die Architekturforen r\u00fccken zuk\u00fcnftig &#8211; mit offenen Wettbewerbsverfahren ganz besonders &#8211; verst\u00e4rkt auch in die Rolle der Baukulturvermittlung, die aber nur in einer wahrhaftigen und transparenten Zusammenarbeit t\u00e4tiger Politiker und Architekten mit Berufsethos wirksam wird.<br \/>\nSolche Prozesse braucht Schaffhausen wieder vermehrt, weil Architektur anschaulich vermittelt eben mehr ist als nur Bauen.<br \/>\nF\u00fcr den Vorstand: Christian W\u00e4ckerlin, Pr\u00e4sident SCHARF<br \/>\nLink zur SCHARF-Veranstaltung im Jahr 2010: <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=795\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Baukultur?<\/a><\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"><br \/>\n<\/span><br \/>\nAktuell zur Situation in der Schweiz, siehe Artikel im Tec21 vom 25.1.19: <a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/190125_tec21_preisgerichte-siegerprojekte.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\">&#171;Mittelm\u00e4ssige Preisgerichte w\u00e4hlen mittelm\u00e4ssige Siegerprojekte&#187;<\/span><\/a><br \/>\nund vom 27.1.19: <a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/190125_tec21_vorteile-des-architekturwettbewerbs-im-offenen-verfahren.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\">&#171;Vorteile der Architekturwettbewerbe im offenen Verfahren&#187;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ARCHITEKTEN BRAUCHT ES NICHT! 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