{"id":2365,"date":"2019-04-29T08:04:33","date_gmt":"2019-04-29T06:04:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2365"},"modified":"2019-04-29T08:04:33","modified_gmt":"2019-04-29T06:04:33","slug":"kleines-grosses-kino-im-denkmalgeschuetzten-gebaeude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=2365","title":{"rendered":"Kleines-Grosses Kino im denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude"},"content":{"rendered":"<p>Baukultur auch im Kleinen erm\u00f6glichen, dieses zentrale Anliegen des Schaffhauser Architektur Forums SCHARF hat Architektin Tina Wilck beim Umbau des Kino Schwanen in Stein am Rhein verfolgt. Wie, das erl\u00e4uterte sie den Mitgliedern auf einem Rundgang.<br \/>\nGanz so viele Besucherinnen und Besucher nahmen die Reise nach Stein am Rhein nicht auf sich. Den Angereisten hingegen stellte Tina Wilck ein kleines, feines Kino vor. Das Kino Schwanen war wohl den wenigsten aus Schaffhausen Angereisten bekannt; in Stein am Rhein ist es, mit Unterbr\u00fcchen, seit Jahrzehnten ein unverzichtbarer Teil des kulturellen Lebens.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2359\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/1.jpg\" alt=\"1\" width=\"839\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/1.jpg 839w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/1-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/1-620x349.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/1-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 839px) 100vw, 839px\" \/><br \/>\nDer Kinosaal mit 70 Sitzpl\u00e4tzen befindet sich im Erdgeschoss des Hotel Schwanen, das Kino selber besteht seit 1927. 1980 musste es geschlossen werden, der Betrieb war nicht mehr rentabel. 15 Jahre sp\u00e4ter hauchte ein Team von Freiwilligen dem Kino wieder Leben ein, nahm die Filmvorf\u00fchrungen mit den alten Apparaturen und alter Technik wieder auf, bis die Digitalisierung 2012 dem ein Ende bereitete.<br \/>\nDamit war Zeit f\u00fcr einen Neubeginn, berichtete Wilck. Vor dem Umbau wurde ein neuer Verein Schwanen als Tr\u00e4gerschaft gegr\u00fcndet, ihm geh\u00f6ren 15 Mitglieder an. Wilck, mit den Umbauarbeiten beauftragt, trat w\u00e4hrend der Planungsphase ebenfalls in den Verein ein.<br \/>\nIm Vorfeld des Umbaus gab es etliche H\u00fcrden zu nehmen. Etwa die Wassersch\u00e4den aus dem Obergeschoss, das w\u00e4hrend des Umbaus ebenfalls umstrukturiert wurde. Das ehemals als Hotel gef\u00fchrte Haus diente w\u00e4hrend mehrerer Jahre als Unterkunft f\u00fcr Asylbewerber, bis es der Besitzer wieder seinem urspr\u00fcnglichen Zweck zuf\u00fchrte. Zu kl\u00e4ren waren deshalb auch die finanziellen Zust\u00e4ndigkeiten zwischen der Jakob und Emma Windler-Stiftung als Geldgeberin und dem Eigent\u00fcmer.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2360\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2.jpg\" alt=\"2\" width=\"840\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2.jpg 840w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2-620x348.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><br \/>\nSie habe immer die Vision gehabt, ein klassisches Kino und Theater zu schaffen, erkl\u00e4rte Wilck, unverzichtbar f\u00fcr sie deshalb die roten Sessel, die neu eingebaut wurden. Zudem sollte der Charme des Alten erhalten bleiben. So blieb beispielsweise die alte Wandverkleidung bestehen, bekam aber einen neuen Anstrich. Als Herausforderung stellte sich die Terrassierung des Zuschauerraums heraus. Alle Pl\u00e4tze sollen gleich gute Sichtverh\u00e4ltnisse haben. Erneuert wurde die Decke im Kinosaal; sie unterst\u00fctzt die Akustik und gleichzeitig wurden darin digitale Lichtquellen eingebaut. Es bedurfte einiger Abkl\u00e4rungen von Bauamt und Denkmalpflege, bis das Bel\u00fcftungskonzept bewilligt wurde. Man habe lange auf die Bewilligung gewartet. Das habe sich aber gelohnt, denn mittlerweile rieche es im Kino nicht mehr muffig wie fr\u00fcher.<br \/>\nNeu im Schwanen ist die gesamte Technik. \u201eTheater und Kino haben andere Anspr\u00fcche an die Technik\u00bb, so Wilck. Die Theatertechnik wurde vorn auf der B\u00fchne eingebaut. Am alten Platz hinter dem Kinosaal befindet sich das Herzst\u00fcck der Kinotechnik, der Vorf\u00fchrraum. Die moderne, kompakte und 3D kompatible Anlage ersetzt den alten digitalen Projektor, welcher schon 2012 den analogen Vorf\u00fchrapparat abl\u00f6ste.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2361\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/3.jpg\" alt=\"3\" width=\"839\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/3.jpg 839w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/3-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/3-620x349.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/3-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 839px) 100vw, 839px\" \/><br \/>\nGrunds\u00e4tzlich \u00e4nderte sich nichts an der Raumaufteilung. Das Foyer konnte um einen nicht mehr notwendigen Notausgang leicht erweitert werden. Das erlaubte es, eine komfortable Bar einzubauen, deren Decke den Goldton der Kassetten im Kinoraum wieder aufnimmt. Dadurch, dass im hinteren oberen Teil des Kinoraums ein neuer Bodenbelag eingezogen wurde, entstand ein zweiter zum Foyer hin offener Raum zum Verweilen w\u00e4hrend der Pausen. Dessen Barhocker k\u00f6nnen als zus\u00e4tzliche Kinopl\u00e4tze angeboten werden. Im angrenzenden Eingangsbereich wurden die WC-Anlagen saniert. Sie sind nun nur noch f\u00fcr die Kinobesucher zug\u00e4nglich, ein grosser Zuwachs an Komfort f\u00fcr das Kino-Team, das sich auch \u00fcber die eigene Bar freut, die unabh\u00e4ngig vom Hotelbetrieb in den oberen Stockwerken gef\u00fchrt werden kann.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2362\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/4.jpg\" alt=\"4\" width=\"836\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/4.jpg 836w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/4-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/4-620x350.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/4-768x434.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 836px) 100vw, 836px\" \/><br \/>\nWie SCHARF-Pr\u00e4sident Christian W\u00e4ckerlin einf\u00fchrend sagte, studierte Tina Wilck in Kaiserslautern Architektur. Danach arbeitete sie in verschiedenen Architekturb\u00fcros auch in Schaffhausen. Seit 2013 ist sie selbst\u00e4ndige Architektin in Wagenhausen, wo sie auch mit ihrer Familie lebt. Sie ist begeistertes Mitglied des Schwanenteams und kann als Architektin \u201eeins zu eins miterleben, wie sich das Kino im Alltag bew\u00e4hrt\u201c.<br \/>\n<strong>Architektur der Unendlichkeit<\/strong><br \/>\nChristoph Schaubs Film steht in Dialog zwischen Natur und Architektur und wirft philosophische Fragen auf.<br \/>\nEs war Tina Wilcks Wunsch, den angereisten Scharf-Mitgliedern, im von ihr umgebauten und sanierten Kino Schwanen Christoph Schaubs \u201eArchitektur der Unendlichkeit\u201c zu zeigen. Ein Dokumentarfilm, der sich in langen Sequenzen mit dem umbauten und dem freien Raum befasst, der die Architektur in Bezug zur Natur stellt, der die Anziehung und Beziehung zwischen Kirche und Kultur erkundet und der auch philosophische Fragen aufwirft.<br \/>\nSchaub l\u00e4sst darin verschiedene Architekturgr\u00f6ssen und K\u00fcnstler zu Wort kommen, die ihre Arbeiten erl\u00e4utern, ihre Vorgehensweise schildern, wie sie sich inspirieren lassen.  Peter Zumthor f\u00fchrt zwischen rauschenden \u00c4hren hin zur Bruder Klaus-Feldkapelle in der Eifel, wo er auf engstem Raum eine in sich geschlossene spirituelle Welt schafft, die den Blick in den Himmel und die Unendlichkeit frei l\u00e4sst. Von der christlichen Lehre sei er nicht ber\u00fchrt, sagt Zumthor, wohl aber vom Kirchenraum.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2363\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/5.jpg\" alt=\"5\" width=\"472\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/5.jpg 472w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/5-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><br \/>\nWie die Kirchen am Atlantik, u.a. in Saintonge, ihn beeindruckten und sein Schaffen beeinflussten, erz\u00e4hlt Peter M\u00e4rki. Ihn beeindruckte deren Entstehungsgeschichte, aber auch die Eingriffe, die sie im Lauf der Zeit erfuhren, \u201eein alter Vorgang, der kein Ende kennt\u201c, wie er es beschrieb. Er fand darin seine Grammatik der Architektur, die er im Museo La Congiunta in Giornico realisierte. Das Sakrale dieses Baus im einsamen Tal wird vertieft durch die Musik des Schlagzeuger Jojo Mayer, die die hohen R\u00e4ume des Museums erklingen l\u00e4sst.<br \/>\nMitten in einem Wohnviertel, mitten im Leben, steht die in geometrischer Strenge gestaltete Kirche Santa Maria von Alvaro Siza Viera in Nordportugal. Die Kamera erfasst die Tiefe des leeren Raums und macht die Begrenzung und die Unendlichkeit des Raums sp\u00fcrbar.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2364\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/6.jpg\" alt=\"6\" width=\"472\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/6.jpg 472w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/6-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><br \/>\nImmer wieder greift Schaub auch auf alte Kirchen zur\u00fcck, f\u00fchrt in die Opulenz des Barock. Dann l\u00e4sst er den Besucher die Schlichtheit gotischer Kirchen erfahren, deren himmelw\u00e4rts strebende Architektur die Unendlichkeit in der Endlichkeit ebenso symbolisiert wie es Zumthors Feldkapelle vermag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Baukultur auch im Kleinen erm\u00f6glichen, dieses zentrale Anliegen des Schaffhauser Architektur Forums SCHARF hat Architektin Tina Wilck beim Umbau des Kino Schwanen in Stein am Rhein verfolgt. 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