{"id":460,"date":"2014-06-27T10:20:56","date_gmt":"2014-06-27T10:20:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=460"},"modified":"2023-04-15T09:42:33","modified_gmt":"2023-04-15T09:42:33","slug":"besuch-des-infopavillons-galgenbucktunnel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=460","title":{"rendered":"Besuch des Infopavillons Galgenbucktunnel"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_3606.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-magnific_type=\"image\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"IMG_3606\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-471\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_3606.jpg\" alt=\"IMG_3606\" width=\"1350\" height=\"740\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_3606.jpg 1350w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_3606-300x164.jpg 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_3606-620x340.jpg 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_3606-768x421.jpg 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_3606-940x515.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 1350px) 100vw, 1350px\" \/><\/a>Seit Mitte April 2014 kann man sich im Infopavillon Galgenbuck \u00fcber die Geschichte und das Fortschreiten des Galgenbucktunnels informieren. Interessierte Gruppen melden sich via Internet an, Einzelpersonen m\u00fcssen warten, bis eine Teilnehmerzahl zusammenkommt, die den Aufwand einer F\u00fchrung rechtfertigt. Die Geduld lohnt sich, das sei vorausgeschickt.<br \/>\nWer mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln anreist, wird beim Treffpunkt an der Einfahrt abgeholt. Mit dem eigenen Auto \u2013 oder Velo \u2013 f\u00e4hrt man der Zufahrtstrasse entlang, vorbei an der Abzweigung, die zum eigentlichen Tunneleingang f\u00fchren w\u00fcrde. Besuchern ist der Zutritt aus Sicherheitsgr\u00fcnden verboten. Kurz anhalten kann man trotzdem, etwa um ein Foto zu machen von den Eisenarmierungsb\u00f6gen, die aufgeschichtet wie ein Kunstobjekt wirken, und dann wenigstens hinunterschauen zum imposanten schwarzen Schlund, wo vielleicht gerade Schichtwechsel stattfindet oder sich ein paar Arbeiter ein Auge voll Tageslicht g\u00f6nnen.<br \/>\nDer Infopavillon befindet sich in einer auf S\u00e4ulen gestellten Gruppe von Bau-Containern. Im l\u00e4nglichen, blauen Trakt finden wohl die \u00f6rtlichen Planungsarbeiten statt. Die Geb\u00e4ude sind l\u00e4ngerfristig angelegt, junge Weinreben beginnen sich um die S\u00e4ulen zu ranken. Peter Schneider, pensionierter Schaffhauser Bauunternehmer, begr\u00fcsst die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und macht auf die Mulde vor dem Eingang aufmerksam, aus der man sich ein St\u00fcck echtes Galgenbuckgestein als Souvenir mitnehmen kann.<br \/>\nIm Ausstellungsraum wurde ein veritabler Tunnel-Lehrpfad eingerichtet mit Informationen zum Zeitplan, Leinw\u00e4nden mit Kartenmaterial, Grundrissen, Querschnitten, \u00dcbersichten \u00fcber alle Tunnelabschnitte, Tafeln mit Erkl\u00e4rungen zu Vorauserkundung, Geologie, Vortrieb, Sicherung, Verkleidung und Innenausbau, Maschinenpark und Materialbewirtschaftung. Imposant der Boden mit einer Luftansicht \u00fcber das ganze Gebiet inklusive einer Fotomontage der Tunnelf\u00fchrung mit den speziell im Bahntal komplizierten Zu- und Ausfahrm\u00f6glichkeiten. Ein Film gew\u00e4hrt Einblick in den Tunnel und was sich darin abspielt. Vor Ort sind jeweils nur 6 Arbeiter in zwei Schichten. Bei all den Maschinen brauche es gar nicht mehr Manpower. Der Film zeigt eine Sprengung und \u2013 fast \u2013 die ganze Pyrotechnik.<br \/>\nPeter Schneider blickt zur\u00fcck auf den geschichtlichen Hintergrund des Galgenbucks (die letzte Hinrichtung fand 1822 statt) und die Bem\u00fchungen um den Naturschutz (Umsiedlung Bienenv\u00f6lker, Gespr\u00e4che mit Ornithologen, Renaturierung Eisweiher). Seine Beamer-Pr\u00e4sentation ist f\u00fcr Laien und Kenner gleichermassen interessant. Zust\u00e4ndig f\u00fcr den Galgenbucktunnelbau ist das Bundesamt f\u00fcr Strassen Astra und dort die Abteilung Strasseninfrastruktur. Vom Engekreisel bis zum Bahntal wird der Tunnel 1140 Meter lang. \u00c4usserst kompliziert ist der Anschluss Bahntal, wo aus drei Spuren deren neun werden. Der Verkehr soll ohne zus\u00e4tzliche Lichtsignale fliessen. Das Problem des \u201eUmweg-Verkehrs\u201c von und Nach Jestetten wird moniert und von Schneider so beantwortet, dass man die M\u00f6glichkeit eines zweiten Tunnels vom Kreisel Richtung Friedhof Neuhausen bereits angedacht habe und der Planung bei einem sp\u00e4teren Bedarf dann auch nichts im Weg stehen w\u00fcrde.<br \/>\nDer Vortrieb passiert in eine Richtung vom Portal Enge her. Ab Bahntal werden zur Zeit zwei Sondierstollen gebaut zur Pr\u00fcfung der Beschaffenheit des DB Tunnels Charlottenfels. Dessen Unterquerung stellt eine grosse Herausforderung dar, zumal die Distanz zwischen den beiden Tunnels lediglich 7 Meter betr\u00e4gt und die DB am Fahrplan festh\u00e4lt, was Sprengungen nur in einem dichten Zeitfenster erm\u00f6glicht.<br \/>\nGebohrt wird 20-70 Meter unter dem Erdboden. Kritisch dabei ist das bewohnte Gebiet \u00fcber der R\u00f6hre. Vorg\u00e4ngig wurden Zustandsberichte von den H\u00e4usern erstellt, und aktuell kann man sich jeweils 5 Minuten vor den Sprengungen per SMS vorwarnen lassen. Ja, man h\u00f6rt die Detonationen, best\u00e4tigt einer der betroffenen, aber nicht besonders beunruhigten Anwesenden. Die Astra unternimmt strengste Sicherheitsvorkehrungen. Die Sprengungen werden st\u00e4ndig neu festgelegt und beurteilt. Theodolite melden alle 10 Minuten Messungen an die Hauptzentrale in Winterthur, damit bei Ver\u00e4nderungen in der wechselhaften, heterogenen Geologie sofort reagiert werden k\u00f6nnte. Jedes gesprengte Teilst\u00fcck wird vom Schutt befreit und sofort mit Eisenarmierungen und Spritzbeton gesichert. Der Durchmesser der R\u00f6hre mit der Mantelung und dem \u00fcber der R\u00f6hre verlaufendem Abluftschacht f\u00fcr den Brandfall betr\u00e4gt 12.65 Meter, das Gef\u00e4lle 4%. Entl\u00fcftet wird durch den Fahrtwind. \u201eEs ist nicht einfach, diesen Bau zu machen\u201c, sagt Schneider, und es ist gerade die scheinbare Banalit\u00e4t dieser Worte, die der Aussage Bedeutung verleiht.<br \/>\nDer Durchschlag soll 2016 erfolgen, die Restarbeiten dauern noch weitere 2-3 Jahre, bis 2019 der Tunnel der \u00d6ffentlichkeit \u00fcbergeben wird. Die Gesamtkosten betragen 240 Millionen Franken, die der Bund \u2013 und indirekt nat\u00fcrlich wir alle \u2013 bezahlen. Peter Schneider zeigt noch das Projektmodell und beantwortet versiert die vielen Fragen der Anwesenden.<br \/>\nBeim Retourfahren mit dem Velo halte ich nochmals oberhalb des Tunneleingangs an und suche die Statue der Heiligen Barbara, von der es ein Bild im Infopavillon gibt. Sie ist die Schutzheilige der Bergleute und somit auch der Tunnelbauer. Am 4. Dezember ist Barbaratag, dann ruht \u00fcberall ihr zu Ehren der Tunnelbau. Auch am Galgenbuck. Dass bei all der modernen Technik, der Ingenieurskunst, der ganzen computergesteuerten Sicherheit, der strategisch durchgestylten Planung ein solch traditionelles Brauchtum noch so hochgehalten wird, hat mich verwundert. Und echt ber\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Mitte April 2014 kann man sich im Infopavillon Galgenbuck \u00fcber die Geschichte und das Fortschreiten des Galgenbucktunnels informieren. 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