{"id":5550,"date":"2024-05-23T19:24:45","date_gmt":"2024-05-23T19:24:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=5550"},"modified":"2024-05-23T19:38:39","modified_gmt":"2024-05-23T19:38:39","slug":"progressive-instant-legende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/?p=5550","title":{"rendered":"Progressive Instant-Legende"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00abzur Architektur, genossenschaftlicher Wohnformen\u00bb<br>Besuch des \u00abWagi-Areals\u00bb der Genossenschaft LEGENO in Schaffhausen an einer Co-Veranstaltung vom Schaffhauser Architektur Forum SCHARF und dem&nbsp;Regionalverband Schaffhausen der gemeinn\u00fctzigen Wohnbautr\u00e4ger WBG vom 14. Mai 2024.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neue Baugenossenschaften erproben Wohn- und Lebensformen der Zukunft. Die Architektur orientiert sich an den gesellschaftlichen Zielen. Dies geht nicht ohne Engagement und Herzblut und macht die Siedlungen schon beim Erstbezug zu Legenden. Eine Veranstaltung des SCHARF Schaffhauser Architektur Forum in der Siedlung Wagi in Schaffhausen verdeutlichte das.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Text und Bilder:<\/strong>&nbsp;Manuel Pestalozzi*<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1024x681.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5552\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1024x681.png 1024w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-620x413.png 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-300x200.png 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-768x511.png 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1536x1022.png 1536w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-2048x1363.png 2048w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1000x665.png 1000w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-230x153.png 230w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-350x233.png 350w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/01_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-480x319.png 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u2191 Das Dachgartenhaus der Siedlung Wagi bietet eine gemeinschaftliche Freifl\u00e4che, die auch einen Quartier-\u00dcberblick gew\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Baugenossenschaften haben in letzter Zeit mit der Entwicklung neuer, zeitgem\u00e4sser Formen des Zusammenlebens von sich reden gemacht. Bekannt sind vor allem Projekte aus gr\u00f6sseren St\u00e4dten, etwa jene der Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk1 in Z\u00fcrich. In kleineren St\u00e4dten werden zwar kleinere Br\u00f6tchen gebacken, doch sie stammen aus dem selben Ofen, der mit Gedanken zur Entwicklung der Gesellschaft angeheizt wird. F\u00fcr die Realisierung des j\u00fcngst fertiggestellten Wagi-Areals wurde 2018 die LEGENO gegr\u00fcndet, eine Lebensgenossenschaft, die vom Engagement ihrer Mitglieder getragen werden soll. Treibende Kr\u00e4fte waren Mitglieder von drei Architektur- und eines Landschaftsarchitekturb\u00fcros sowie eine Planerin Soziokultur, welche sich gemeinsam an einem Studienauftrag f\u00fcr das Areal beteiligten. Die gesellschaftlichen Ideale und die Gestaltung waren also eng miteinander verkn\u00fcpft. Der Anlass vom 14. Mai 2024, eine Co-Veranstaltung des SCHARF Schaffhauser Architektur Forum mit dem Regionalverband Schaffhausen der gemeinn\u00fctzigen Wohnbautr\u00e4ger WBG, Teil der Vermittlungsreihe \u00abGenossenschaftliche Wohnformen\u00bb, setzte sich mit diesen Verkn\u00fcpfungen und dem gebauten, belebten Resultat auseinander.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1024x682.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5553\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1024x682.png 1024w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-620x413.png 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-300x200.png 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-768x511.png 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1536x1023.png 1536w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-2048x1364.png 2048w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1000x666.png 1000w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-230x153.png 230w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-350x233.png 350w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/02_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-480x320.png 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u2191 Die Wagi befindet sich auf einem Plateau \u00fcber der Grubenstrasse. Diese erschliesst die Quartiere s\u00fcd\u00f6stlich von Schaffhausens Zentrum und ist stark befahren. Der L\u00e4rmschutz f\u00fchrte zur Erstellung von kleinen H\u00f6fen entlang des Laubenganghauses (links). Unter ihnen befindet sich eine grosse Velogarage.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hohe Regeldichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist vieles m\u00f6glich \u2013 und manches des M\u00f6glichen gef\u00e4hrdet die Menschheit, wenn nicht den gesamten Planeten. Wer diese Erkenntnis teilt und die Welt sicherer machen m\u00f6chte, strebt oft danach, sich einzuschr\u00e4nken. Die Maxime der freiwilligen Gen\u00fcgsamkeit ist ein wesentlicher Faktor bei der Planung von neuen genossenschaftlichen Wohnformen. Sie bedingt ein umfassendes Regelwerk. Das war bei der Wagi nicht anders, wie den Ausf\u00fchrungen der beteiligten Architekten Roland Hofer, Pr\u00e4sident LEGENO, und Roger Eifler, Vorstand LEGENO, zu entnehmen war. Im Quartier-Bistro im erhaltenen, historischen Wagi-Kopfbau, wo die Genossenschaft als Betreiberin einen Leistungsauftrag der Stadt erf\u00fcllt, erkl\u00e4rten die beiden, dass das Wesen der Siedlung auf einem Soziokulturkonzept beruht. Es war das Fundament des Studienauftragskonzepts. \u00abIn der Folge haben wir Reglemente aufgebaut\u00bb, erkl\u00e4rte Roland Hofer. Kernelement waren gemeinschaftliche Innen- und Aussenr\u00e4ume, respektive deren Zweckbestimmung und Verwaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auflagen und Verpflichtungen bestimmten aber auch die Architektur und deren Ausf\u00fchrung. Den Architekturb\u00fcros gelang es, den bestehenden Rahmenplan so zu korrigieren, dass jetzt zwei L\u00e4ngstrakte und ein Quertrakt einen durchl\u00e4ssigen Hof einfassen. Der L\u00e4rmschutz bestimmte im n\u00f6rdlichen Teil die Lage der Fenster und f\u00fchrte zu einer Raumschicht in Sichtbeton, welche die Erdgeschosswohnungen entlang der nahen, viel befahrenen Grubenstrasse mit einem Gartenhof erg\u00e4nzen. Vor dieser Raumschicht verl\u00e4uft ein begr\u00fcnter Regenwasser-Retentionsgraben, Er unterst\u00fctzt auf dieser Seite der Siedlung den festungsartigen Charakter der Architektur. Der nach Nordosten, zum angrenzenden Einfamilienquartier hin offene Wagi-Hof ist durch eine Treppe vom \u00abStadtplatz\u00bb an der Grubenstrasse her ins Wegnetz eingebunden. Der Aushub wurde durch einen weitgehenden Verzicht auf einer Unterkellerung minimiert, es kamen wenn und wo immer m\u00f6glich regionale Materialien und Unternehmen zum Zug.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1577\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1024x1577.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5554\" style=\"width:300px\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1024x1577.png 1024w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-620x955.png 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-300x462.png 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-768x1183.png 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-997x1536.png 997w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1000x1540.png 1000w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-230x354.png 230w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-350x539.png 350w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-480x739.png 480w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/03_MPestalozzi_WagiSchaffhausen.png 1118w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u2191 Eine Treppe f\u00fchrt vom \u00abStadtplatz\u00bb an der Grubenstrasse zum Hof der Siedlung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verzicht und Gewinn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei neuen genossenschaftlichen Wohnsiedlungen werden die Mietparteien mit der Perspektive einer angestrebten Diversit\u00e4t ausgew\u00e4hlt. Man w\u00fcnscht sich eine gute Altersdurchmischung. Es gibt f\u00fcr die unterschiedlich grossen 25 Wagi-Wohnungen eine Mindestbelegungszahl, Balkone fehlen und anstelle von individuellen Auto-Einstellpl\u00e4tzen stehen zwei Elektroautos eines Carsharing-Anbieters zur Verf\u00fcgung. Manche Wohnungssuchende m\u00f6gen das als Einschr\u00e4nkungen betrachten. Kompensiert werden sie durch den Anteil an den Gemeinschaftsr\u00e4umen, zu denen neben Hof- und Gartenr\u00e4umen auch zwei anmietbare G\u00e4stezimmer z\u00e4hlen, oder durch Pflanzfl\u00e4chen, die sich bewirtschaften lassen. Ein Hausverein, bestehend aus Mitgliedern der Mietparteien, k\u00fcmmert sich um den Unterhalt der Siedlung. Eine aktive Beteiligung am Betrieb und dessen Planung ist also erw\u00fcnscht. LEGENO bem\u00fcht sich auch via digitale Plattform um den Austausch von Gegenst\u00e4nden und Angeboten unter den Mietparteien.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend einer F\u00fchrung durch die Siedlung konnten die rund 50 Teilnehmenden der Veranstaltung die Gemeinschaftsr\u00e4ume und zwei Wohnungen besichtigen. Sie wurden auch vertraut gemacht mit dem Japanischen \u00abEngawa\u00bb-Prinzip, das am Siedlungshof zur Anwendung kam. Der Begriff bezeichnet Zwischenschichten, welche private Bereiche von den \u00f6ffentlichen trennen. In der Wagi sind dies die Laubeng\u00e4nge am Hof oder die eingezogene, etwas h\u00f6her liegende Erdgeschosspartie beim gegen\u00fcberliegenden Dachgartenhaus. Sie schaffen ein Gleichgewicht zwischen Distanz und N\u00e4he. Die Aneignung dieser Zonen und die Navigation in ihnen wird durch private Gegenst\u00e4nde, gerade auch der ziemlich zahlreich hier lebenden Kinder, akzentuiert, wie sich bei der Begehung feststellen liess.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5555\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1024x683.png 1024w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-620x413.png 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-300x200.png 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-768x512.png 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1536x1024.png 1536w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-2048x1366.png 2048w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1000x667.png 1000w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-230x153.png 230w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-350x233.png 350w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/04_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-480x320.png 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u2191 Die beteiligten Architekten Roger Eifler und Roland Hofer \u00e4usserten sich im Gespr\u00e4ch mit Susanne Albrecht (Vorstand Genossenschaft eins) und SCHARF-Pr\u00e4sident Christian W\u00e4ckerlin (v.l.n.r.) zu den Erfolgen und H\u00fcrden des genossenschaftlichen Wohnungsbaus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schaffhausen im R\u00fcckstand?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Eindr\u00fccke des Rundgangs und die Auseinandersetzung mit der Gr\u00fcndungs-Legende konnten nach der R\u00fcckkehr ins Bistro in einer Diskussions- und Fragerunde noch etwas vertieft werden. Architektin Susanne Albrecht, Mitglied der mit LEGENO verwandten Schaffhauser Genossenschaft eins erkundigte sich bei Roland Hofer und Roger Eifler nach den massgebenden Charaktermerkmalen der Wagi und den ersten Erfahrungen mit dem Betrieb, an dem sie intensiv Anteil nehmen. Beide best\u00e4tigten, dass ein Bed\u00fcrfnis zur N\u00e4he zum benachbarten Quartier bestehe. Dies schl\u00e4gt sich nicht nur nieder im st\u00e4dtischen Leistungsauftrag f\u00fcr das Bistro, das eine Verbindung zur Umgebung herstellt, sondern auch durch die Tatsache, dass es entlang der Parzellengrenzen keinerlei Z\u00e4une gibt. Eine Reihe von B\u00e4umen und Str\u00e4uchern, welche das Areal zum s\u00fcdlich angrenzenden Schiessstand der Bogensch\u00fctzinnen und -sch\u00fctzen trennt, wurde nicht angetastet. Die Passage vom Stadtplatz bei der Grubenstrasse durch den Hof in die Wagistrasse sei im Quartierplan als \u00f6ffentlicher Weg eingetragen, sagte Roger Eifler. Die Teilnehmenden erfuhren sodann, dass die Wagi das erste Projekt der Stadt ist, das nach den Vorgaben des Merkblatts SIA 2040 realisiert wurde. Das Merkblatt hat einen wesentlichen Einfluss auf den Lebensstil in der Siedlung, etwa \u00fcber das Mobilit\u00e4tskonzept, und schl\u00e4gt gewissermassen die Br\u00fccke zu den verwandten, aber gr\u00f6sseren Projekten in anderen St\u00e4dten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 14. Mai hing noch ein Plakat beim \u00abStadtplatz\u00bb, der die wenigen noch freien Wohnungen auflistet. Unterdessen sind alle Wohnungen und Gewerbefl\u00e4chen vermietet, aber es brauchte etwas Zeit. \u00dcber normale Vermarktungsplattformen finde man potenziell Interessierte nicht, wusste Roland Hofer zu berichten. Am einfachsten liessen sich die kleinsten Wohnungen belegen. Doch auch die Clusterwohnung mit sieben Zimmern ist vermietet \u2013 an einen Verein, wodurch sich einzelne Wechsel einfacher abwickeln lassen. Der gew\u00fcnschte Generationenmix und die sich daraus ergebende gegenseitigen Unterst\u00fctzung scheint, so war den Ausf\u00fchrungen zu entnehmen, auf gutem Weg zu sein. Aber offenbar ist es in kleineren St\u00e4dten wie Schaffhausen zumindest vorerst schwieriger als in Z\u00fcrich oder Bern, geeignete Menschen als Bewohnerinnen und Bewohner von Siedlungen wie die Wagi zu finden, trotz einer erwiesenermassen qualit\u00e4tsvollen Architektur und einer guten, zentrumsnahen Lage. Von der Genossenschaftsleitung erfordert diese Situation ein konstantes Engagement, dies war an der Veranstaltung zu sp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p>Christian W\u00e4ckerlin, Pr\u00e4sident des SCHARF, meinte gegen Ende der Diskussion, Schaffhausen sei im Bereich der neuen genossenschaftlichen Wohnformen etwas im R\u00fcckstand und \u00e4usserte die Hoffnung, dass man dadurch Fehltritte, an denen \u00e4hnliche Projekte an anderen Orten leiden m\u00f6gen, vermeiden kann. Allerdings zeigt die Wagi, dass alle derartigen Projekte in ihrem Wesen und eben auch in ihrem soziologischen Kontext einmalig sind. Ein gen\u00fcgsames Genossenschaftsvolk gibt es nicht, die Architektur muss sich jedes Mal der spezifischen Situation auch auf gesellschaftlicher Ebene annehmen. F\u00fcr Architektinnen und Architekten kann der Aufwand bei solchen Projekten happig sein. Ohne eine t\u00fcchtige Portion Idealismus tut man sich das wohl nicht an. Weder Roland Hofer noch Roger Eifler konnten auf die Nachfrage von Christian W\u00e4ckerlin sagen, wann sie gedenken, dieses Projekt \u00abloszulassen\u00bb. Das sei vermutlich ein gleitender Prozess, meinte Eifler. Roland Hofer geht davon aus, dass der Hausverein allm\u00e4hlich \u00fcbernimmt. Er denkt, dass die Umst\u00e4nde, die zur Gr\u00fcndung der LEGENO f\u00fchrten, eine Sondersituation repr\u00e4sentiert. Neue Projekte dieser Art werden \u00fcber Konkurrenzverfahren abgewickelt, bei denen bereits konstituierte Genossenschaften von Beginn weg an Bord sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1024x681.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5556\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1024x681.png 1024w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-620x412.png 620w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-300x200.png 300w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-768x511.png 768w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1536x1022.png 1536w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-2048x1362.png 2048w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-1000x665.png 1000w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-230x153.png 230w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-350x233.png 350w, https:\/\/www.sch-ar-f.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/05_MPestalozzi_WagiSchaffhausen-480x319.png 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u2191 Die besten Regeln sind vielleicht jene, die sich schnell ausradieren und bei Bedarf durch neue ersetzen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>* Manuel Pestalozzi, dipl. Arch. ETHZ und Journalist BR SFJ, betreibt die&nbsp;<a href=\"http:\/\/bau-auslese.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Einzelfirma Bau-Auslese Manuel Pestalozzi<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Baugenossenschaften erproben Wohn- und Lebensformen der Zukunft. Die Architektur orientiert sich an den gesellschaftlichen Zielen. Dies geht nicht ohne Engagement und Herzblut. 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